Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Friedhofshallen
- Date
- 1909-11-01
- Page
- Seite 685 - 686 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- OCR quality
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*685 Dr. Simon Bernfeld: Friedhofshallen. 686 , '■ £ . „ \ * „- t < i't^Vf } ^%7äl-4?.-,:.-fr-iJ; * , Jüdischer Friedhof in München. Haupteingangstor. dings für die Leichenbestattung auch bezahlte Kräfte in Tätigkeit sein müssen, lassen es sich sozial besser gestellte Glaubensgenossen nicht nehmen, dieses schwere und traurige Amt im Ehrendienst auszuüben — im Sommer unter der drückenden Hitze und im Winter bei Wind und Wetter sich nach dem oft weit entlegenen Friedhof zu begeben, dort für die würdige Bestattung des heimgegangenen Glau - bensgenossen, auch des ärmsten unter uns, zu . sorgen und den Leidtragenden tröstend zur Seite zu stehen. Es ist gewiss keine Uebertreibung, wenn ich sage, dass keine Glaubensgemeinschaft in solcher Weise für die Bestattung ihrer Toten sorgt, wie die unsere; dass nirgends so viel Opfer an Geld, Zeit und Mühe gebracht wird, um den Toten zur letzten Piuhe zu betten, wie unter den Juden. Mit Jüdischer Friedhof in Manchen»] Brunnen. Ausnahme der Grabdenkmäler, auf welchem Gebiete auch bei uns in der letzten Zeit viel Prunk getrieben wird, ist kein grosser Unterschied beim Leichenbegängnis zwischen arm und reich zu merken. Jede jüdische Gemeinde zeigt sich bemüht, diesem religiös-ethischen Gebot getreulich nachzukommen. Grosse Liebe und Sorgfalt haben die jüdischen Gemeinden zu allen Zeiten auf die Erhaltung und Bewachung ihrer Begrab - nisplätze verwendet. Die Stätte, wo sich „die Begräbnisplätze ihrer Vorfahren befanden", wie sich schon Nehemia ausdrückt, galt den Juden als durch die Pietät geheiligt; man nannte sie auch im Volksmunde den „heiligen Ort". Die erste Sorge galt der Sicherheit der Gräber, dass die Toten nicht durch Leichenschänder oder wilde Tiere aus den Gräbern gerissen werden. Eine Gemeinde