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Ost und West · 1909-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1909) · p. Seite 527 - 528

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1909)
Article
Einiges über den Apikores
Date
1909-08-01
Page
Seite 527 - 528 (sequence 5)
Language
German
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527 Dr. Max Steif: Einiges über den Apikores. 528 versuche der Wunder in der Bibel sich erlaubte, suchten auch andere seinen Spuren zu folgen mittels einer oft alles Maß überschreitenden rationalistischenErklärungsweise, die vonlbnEsra (st. 1167) in der Einleitung seines Pentateuchkommentars eine gebührende Zurückweisung erfährt. Andererseits wird aber auch Ibn Esra, obwohl er sich den Anschein des Strenggläubigen gibt und gelegentlich bezüglich der Werke des Grammatikers Ibn Ganach bemerkt, sie verdienten dem Scheiterhaufen überliefert zu werden, weil der T Erfasser von mehr als 100 Worten in der Bibel behauptet, sie müßten anders gelesen und verstanden werden, wieder von Nachmani, der überhaupt Ibn Esra gegenüber eine entschiedene Antipathie hegt, in seinem Bibelkommentar aufs heftigste angegriffen und direkt einmal als Ungläubiger bezeichnet. Das Charakterbild Ibn Esras ist überhaupt schwankend, und so manche unter den Späteren finden sich deshalb wiederholt bemüßigt, ihn in Schutz zu nehmen. So sucht Josef b. ElieseF Tob Elem ihn in der Vorrede seines Superkommentars Zophnath Paneach gegen den Vorwurf des Minus, der Ungläubigkeit, zu verteidigen, RA F AE L SCHULE. Moses kniend vor indem er alle Schuld hieran der mißverständlichen Auffassung seiner Erklärer zuschreibt. Auch Josef Salomo del Medigo (geb. 1591) in einem Schreiben an einen Serach b. Nathan läßt sich folgendermaßen über ihn vernehmen: „Er, Ibn Esra, ist in allen seinen Erläuterungen nicht vom rechten Wege abgewichen, auch hat [einer von den Großen ihn fanatisch angegriffen, aber ich mag seine Torheiten nicht niederschreiben/' Die Abneigung gegen jede freiere Auffassung und Auslegung des Schriftwortes, die immerhin auf die fromme Gesinnung der breiten Masse nicht ohne verderblichen Einfluß bleiben konnte, brachte es mit sich, daß auch solche Männer in den Geruch der Ungläubigkeit kamen; die sonst durch ihre Lebensweise keinen Anlaß zum Tadel boten. Darum wurde Gersonides (Ralbag, geb. 1288) seiner rücksichtslosen Forschungen wegen, namentlich weil er angenommen, die W7elt sei aus einem ,,fast nicht seiendem" Grundstoff erschaffen worden, als Apikores, und sein Hauptwerk ,,Kämpfe Gottes" spottend als Kämpfe gegen Gott" bezeichnet. Ebenso wurden Josef Kaspi (geb. um 1280) VATIKAN, der Wolkensäule. BOTTICELLI. Die Rotte Korah. VATIKAN.

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