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Ost und West · 1909-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1909) · p. Seite 529 - 530

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Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1909)
Article
Einiges über den Apikores
Date
1909-08-01
Page
Seite 529 - 530 (sequence 6)
Language
German
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529 Dr. Max Steif: Einiges über den Apikores. 530 s5%1 \i > t>7%J" _ *45?1N£. v*\! -^fe^? * <*v£ SIGNORELLI. Der Tod Moses, ROM. und ein anderer Zeitgenosse Isak Albalag ob ihrer kühnen Gedanken in ihren Kommentaren zum „More" als Läugner gebrandmarkt. Bezüglich Narbonis, der gleichfalls unter dem Namen „Hügel des Führers" eine Erklärung zum „More" geschrieben, äußert sich der später als Finanzminister des Königs Alfons von Portugal bekannte Isak Abrabanel (geb. 1437) einmal in folgender Weise: „Merke wohl, daß der „Hügel des Führers" gar tief steht, und mögest du dein Ohr verstopfen gegen die Aussprüche Narbonis und seiner Anhänger, denn sie haben falsche Glaubensmeinungen, fremde krankhafte Ansichten unterschoben und sie bedienten sich der Bibelsprüche, um im Dunkel ihre Pfeile abzuschießen, die Tod und Brand in sich tragen." Sicherlich mag ein solches Urteil auch von den damaligen trüben Zeitverhältnissen mit beeinflußt worden sein, ein Urteil, das an anderer Stelle wieder der Überzeugung Ausdruck gibt, daß all die Demütigungen und Verfolgungen, welche die Juden Spaniens betroffen haben, ihren Grund in der Ketzerei haben, die hier und da unter ihnen aufgetaucht sei. — Es ist begreiflich, daß sich auf der anderen Seite gleichfalls Stimmen geltend machten, die solcher Anschauung entgegentraten und für die freie Forschung eine Lanze einlegten. Samuel ihn Zarzah (ibn Sneh, geb. 1368) beklagt es in seinem Superkommentar zu Ibn Esra: Bei uns kommt es vor, daß man die Gelehrten haßt, indem man vorgibt, sie seien Ungläubige, sobald sie nur einen Begriff von spekulativer Wissenschaft haben, und daß die Heiligkeit der Schrift schon leugne, wer sich mit den Schriften des Maimonides und Ibn Esra befaßt. Freilich gibt es manche, die bloß einmal so gerochen an Physik und Metaphysik und sich dann für vollständige Philosophen halten, leichtsinnig gegen Gott sich aussprechen und der Schrift feindlich werden, so daß das Volk, welches sie sprechen hört, überhaupt jede Weisheit für giftschwanger halten muß." Ibn Zarzah mag hierbei auch aus eigener Erfahrung sprechen, falls die Anekdote auf Wahrheit beruht, die von ihm erzählt wird. Bei einer Trauungszeremonie, als der die Trauung vornehmende Babbiner gerade aus der Kethuba das übliche Datum seit der Erschaffung der Welt verlas, soll sich nämlich unser ibn Zarzah an seinen Bart gegriffen haben, um damit anzudeuten, daß die Jahre der Welt unzählige seien. Darauf hätte der Babbiner in witziger Anspielung auf einen Schriftvers es ausgerufen: „Warum wird der Sneh (Dornbusch, Beiname ibn Zarzas) nicht verbrannt?" Mag dieser Seitenhieb auf Ibn Zarzah vielleicht einen Schein von Berechtigung haben, sicherlich gänzlich unbegründet war es, wenn an den Sitz des R. Israel Bruna (geb. um 1400) Rabbiners in Regensburg, in der Synagoge wiederholt heimlich Kreuzeszeichen hingemalt und dazu das Wort Apikores ge- 3

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