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Ost und West · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. Seite 367 - 368

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
9 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Chajim Wolterman
Date
1909-06-01
Page
Seite 367 - 368 (sequence 6)
Language
German
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367 S. J. Anauchi: Chajim Wolterman. 3Cd J. BASSANO. Moses am FelsenquelL DRESDEN. Mauerflickens? Angeekelt wandte er sich von diesem Güte entbehren Bilde fort und starrte in die tiefe, sehnende Nacht..... Freundeshand — Könnte deine Seele in das Geheimnis der Dinge blicken, in die Weltenseele! Du stehst ganz im Finstern und blickst mit offenen sehenden Augen in die verschleierten Wunder der Nacht. Du rührst daran und alles ist dir offenbar. . . . Wärs nur so. Nun stehst du da, starrst und starrst und fühlst deine Ohnmacht. Nie wirst du die Seele der Welt, nie wirst du die eigene Seele erkennen. Niemals wirst du sie besitzen. Immer werden sie dir nur wie die Düfte von Blüten sein. Du ziehst sie nur ein. Zieh sie nur ein. Bald — noch ein Weilchen — und in deine Seele wird die Seele des Duftes und das tiefste Geheimnis der Blütendüfte einziehen. . . . Und bald musst du bekennen, dass du kaum einen Hauch dieses Geheimnisses ahnest. . . . Solche törichten und verzweifelten Gedanken sprachen in ihm. Halbes und Zerbrochenes, aus zerrissener Stimmung geboren und ohne Kraft fortgesponnen. Aus dieser Ohnmacht wuchs ihm nur neue Qual. Warum war ihm allein kein sicherer Ort im Leben? . . . Die Menschen schritten alle so sicher einher. Und Ziel war in ihrem Sinnen und in ihrem Werke. Nur er war wie ein Blinder in der Oede, der des rechten Weges nie gewahr wird. Von Gott sprachen die Menschen mit der Sicherheit des Wissens. Ihm war nur der Zweifel. Und vor dem ewig tiefen, stummen Himmel stand er zagend und fragend. . . . Wäre nur ein Wesen da, das ihm Halt gäbe in dem Schwanken. Und wärs nur für eine hastige Stunde! Wie lange hatte er ein warmes Wort der müssen, ach, wie Den heissen Druck eüvr lange hatte er ihn nicht em . - f, c%.' i-r^,, funden. Und er, der alle Menschen mied, klagte, dass r gemieden wurde. Das gab eine besondere Pein, die in ihm nagte wie ein Schwärm kribbelnder Ameisen. Seine Seck4 war zernagt und verätzt, und ihm war, als verbrannte au. h sein Körper. Er sass auf dem Hügel, bis seine quälerischen Gedank. n ihn von dannen scheuchten. Er lief weiter hinein in (i 1 Nacht: den Villen der Vorstädte zu. Und es war ein Eil i ohne Sinn und Fragen. Ein Taumel des Rausches. So kam er wieder in die Nähe von Lises Wohnui . Die Fenster standen offen. Und es zog ihn immer näh r an das Haus heran. Bis ihn die Bitternis der Frage bannt; : Wo willst du hin? Was darfst du hier wollen? So blk > er denn auf einem Punkte steht n und starrte wie trunken vr sich hin. Leise kam schon der Tag. T1; Welt umher, das Haus, die au geweckten Bäume und jedes Gra lein schimmerten im milden Glan verschlafenen Taues. Und Stil ■ war in der Runde. Er lausch — hingerissen — auf das weicl j Pochen der Zeit. Weltversunke:' Bis ihn die Frage wieder ins Leb( zupfte: Was willst du hier? W; - darfst du hier wollen? Und er ging heim. Da rief ihn Lises Stimme RAFAEL SCHULE. LOGGIEN. Durchzug durchs rote Meer. Wolterman, Wolterman! war nur wenige Schritte gegangen. Verwundert blickte er um. Lise sah aus dem Ihr Haar war gelöst. Fr erst Fenster. Müde

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