Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- Die Synagogenruinen Galiläas
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 667 - 668 (sequence 3)
- Language
- German
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667 0. Eberhard: Die Synagogenruinen Galiläas. 068 mentik und seine Grundriss- und Aufbaumotive vielfach in einer Weise, die sich als geringere Nachahmung zu erkennen gibt, wiederkehren. IL Trotzdem gut vier Wochen lang: mit ca. 85 Mann au der Aufräumung der Synagoge von Tel 1 Hum gearbeitet wurde, ist sie doch nicht völlig freigelegt, sodass über Einzelheiten im inneren und äusseren Aufbau bei der Rekonstruktion hier und da noch Zweifel bestehen können. Aber nichtsdestotrotz eignet sich dieser Bau auch um der Vollständigkeit seiner Ueberreste wie um des hervorragenden Eeichlums der Dekoration und der Güte der Arbeit willen zu eingehenderer Betrachtung. Als die Forscher eintrafen, war von den antiken Bauresten so gut wie nichts zu sehen. Sie steckten nach der Acgabe der Franziskaner, die dort ein Besitztum haben, auf einem mit Bäumen bepflanzten Platz, südlich von dem Wirtschaftsgebäude, zwei Meter tief unter der Erde. So waren umfangreiche Ausgrabungsarbeiten erforderlich, und das erste Ergebnis, das dieselben dann gebracht haben, ist die genaue Feststellung des Grundrisses. Während Wilson in dem Survey of Western Palestine auf der Grundlage der englischen Aufnahme für das Innere vier Säulenreihen ansetzte, ist jetzt ein an drei Seiten, im Osten, Norden und Westen umlaufender Säulenumgang auf erhöhtem Stylobat festgestellt. Dieser Umgaug ist 31/2m breit, während das Mittelschiff 8 m Spannweitehat; der ganze Bau ist in den Massen 18:24 angelegt. Der Fussboden ist mit Kalksteinplatten belegt; auf den beiden Längsseiten, der östlichen und westlichen, standen je sechs, auf der nördlichen Rückwand zwei Vollsäulen, während die beiden Ecken mit herzförmigen Halbsäulen eingefasst sind. Die Säulenstühle mit den an- Von der Fassade des römischen Tempels in Kades. (Mit^Genehmigung der Deutschen Orient-Gesellschaft.) gearbeiteten Basen sind zum grossen Teil noch erhalten. Ausserdem zogen sich an den Längswänden zwei Bankreihen hin, die in je ein Polster ausliefen. Diese Säulen sind Kalksteinmonolithe von 3,74 m Länge mit korinthischen Kapitalen; sie gehören einer unteren Säulenstellun^ an, während andere Schäfte mit einem kleineren Durchmesser von einem Obergeschoss stammen, das emporenartig das hohe Mittelschiff umzog. Ein Sanktuaiium oder sonst ein sakraler Aufbau in der Mitte bezw. an der nördlichen Bück-