Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- Alfred Wolmark, ein Maler des Judentums
- Date
- 1908-10-01
- Page
- Seite 603 - 604 (sequence 3)
- Language
- German
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603 A. May: Alfred Wolmark. Ein Maler des Judentums. 604 Akademieschule, wo er die Medaille für das Zeichnen nach der Antike erhielt, in den Grundlagen der Kunst unterrichtet. Zum Künstler aber hat er sich selbst gebildet. Nachdem er die Akademieschule verlassen, malte er im Londoner Ghetto in einer Werkstatt, die er zum Atelier umschuf, aus Rußland und Polen eingewanderte Juden. Diese Modeile wurden ihm sofort zur Inspiration. Schon die Studien des Zwanzigjährigen erweckten auf verschiedenen Ausstellungen warmes Interesse, und sein erstes größeres Gruppenbild , „Die Rabbiner", das im Jahr 1903 auf der Londoner Akademie- Ausstellung war, wurde mehrfach als eines der sehenswertesten Bilder der ganzen Jahresausstellung bezeichnet. Seine nächste Leistung war das umfangreiche historische Bild „Die letzten Tage des Ibn Esra", das Wolmark ALFRED WOLMARK. LONDON". Selbstporträt. während eines längeren Aufenthaltes in Krakau malte. Er stellte sich darin eine kolossale Aufgabe, die er in bezug auf Gruppierung undCharaktierisirung in genialerWeise gelöst hat. Die Reproduktion des Bildes, das den großen Erfolg einer 1905 in den Bruton Galleries abgehaltenen Wolmark-Ausstellung ausmachte, mag dem Leser einen Begriff von der Großzügigkeit des Künstlers geben. Man vergleiche aber die später gemalte und so vornehm und ruhig wirkende „Disputation" mit diesem Riesenbilde, und man wird finden, daß das im Umfang so viel bescheidenere spätere Werk einen Fortschritt auf der Bahn des echten Künstlertums bedeutet. Es wurde auf derLondoner Akademie-Ausstellung des Jahres 1907 sehr bewundert und muß als definitive Stufe zur Höhe betrachtet werden. Alle späteren Arbeiten, wie das