Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 16 (1916)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober-November 1916)
- Article
- Die jüdischen Farmer Argentiniens während des Krieges
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 413 - 414 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2583875-2584060-2584067-2597500--16364-2597543- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
413 Die jüdischen Farmen Argentiniens während des Krieges. 414 Jüdische Kolonien: A Lucienville Vegetations*Zonen Argentiniens (nach E. L. Holmberg). Erklärungen: B Clara C Santa Isabel 1) San Antonio E Moisesville F Monte fiore G Dorn J Mauricio K Baron Hirsch L Xarcisse Leven Zahlreiche jüdische Farmen: Ii Rio Negro M Villa Alba "X Medanos Karte von Argentinien (Spezial * Zeichnung für ,,Ost und West".) giemng nicht fügen zu müssen, hat dann die „Jüdische Kolonisationsgesellschaft'' den Kolonisten guten Weizen und Leinsamen im Werte von einer Viertelmillion Mark vorgeschossen. Die Witterung war diesmal für das Bestellen der Felder günstig, so daß die Farmer von Clara, Lucienville, San Antonio und von Santa Isabel von der Zukunft das Beste erhoffen. Wenn der Leser den obigen Plan betrachtet, findet er am andern Ufer des Paranastromes, im Nordwesten der rnesopotamischen Zone, das Chaco-Gebiet, einen gewaltigen, fast tropischen Urwald, dessen südlicher Teil berets meist gerodet und mehr oder weniger besiedelt ist. In dieser Gegend liegt die älteste der jüdischen Kolonien Argentiniens namens Moisesville, deren Kern von 1891 datiert, 'und weniger nördlich die jüngste, ,yMontefiore",die erst seit zwei Jahren besiedelt ist. Politisch gehören beide zur Provinz Santa Fe. Sie befinden sich, wie erwähnt, auch auf fruchtbarem Urwaldboden, der aber flach wie ein Brett ist, nur ab 'und zu durch schmale grabenartige Niederungen unterbrochen wird. In diesen, spanisch „canadones", (,,große Röhren") genannt, sammelt sich das Regenwasser; da sie aber keinen Abfluß haben, so liegt bei dauernden Güssen eine Ueberschwemmungsgefahr vor, Bäche sind nämlich nicht vorhanden, dagegen findet sich das Grundwasser bereits in einer Tiefe von zwei bis fünfzehn Metern, so daß das Anlegen von Brunnen leicht ist. Die natürliche Grasnarbe steht der Mesopotamiens an Güte nach, dafür gedeiht, da der Boden durchlässig ist, die Luzerne, die hier ihrem deutschen Beinamen „ewiger Klee4' alle Ehre macht, prächtig. Die Hauptfeinde sind hier die Heuschrecken, welche im nördlichen Chaöo eine Art Winterquartier haben