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Ost und West · 1916-06-01 · Heft 6-7 (Juni-Juli 1916) · p. Seite 267 - 268

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Journal
Ost und West
Volume
16 (1916)
Issue
Heft 6-7 (Juni-Juli 1916)
Article
Aus dem Reiche der Mystik und Magie
Date
1916-06-01
Page
Seite 267 - 268 (sequence 5)
Language
German
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267 Aus dem Reiche der Mystik und Magie. 268 beiden Stücke weisen mehr oder weniger auf den Mars hin: Da sehen wir z. B. auf ÄbbV 7 zu Füßen des Kriegsgottes zwei Tiere: es sind Widder und Skorpion, die hier natürlich keine zoologische, sondern lediglich astrologische Bedeutung haben; es sind diejenigen Sternbilder des Tierkreises, die nach jener schon oben erwähnten alten Astrologenlehre als die beiden „Häuser" des Mars galten und die sich daher auch auf Abb. 6 finden, Widder jetzt allerdings nicht durch das Bild des1 Tiers, sondern durch das in der Astronomie gebräuchliche Widderzeichen (linker Rand) dargestellt. Das Tier, das Abb. 7 noch zu Häupten des Mars aufweist, ist der Steinbock; in diesem Sternbild hat der Mars nämlich, wie die griechische Astrologie lehrte, sein „Hypsoma", seine Erhöhung, ein unklarer Begriff, durch den vorzugsweise die Steigerung der pLanetarischen Einflüsse bezeichnet werden sollte. Das Wort „Samael" (Abb. 6), auf Abb. 7 (Rückseite) „Samiher geschrieben, bezeichnet den Engel des Mars oder des Marstages, d. h. des Dienstag (mardi Martis dies), während in anderen okkulten Schriften dieser Engelname nicht Samael, sondern „Camael" geschrieben wird, wie wir denn auch auf Abb. 7 in hebräischen Buchstaben — zu beiden Seiten des Marshauptes — lesen. Das schlecht geschriebene hebräische Wort 11 24 7 20 3 4 12 25 8 16 17 5 13 21 9 10 18 1 14 22 23 6 19 2 15 Fig. 4 auf Abb. 6 unterhalb des Zahlenquadrates ist „Graphiel" zu lesen, ein Name, der für die Marssphäre dieselbe Bedeutung hat wie Johphiel für die des Jupiter. Ersetzt man nämlich die hebräischen 1 18 21 22 3 20 14 9 16 6 19 15 13 11 7 2 10 17 12 24 23 8 5 4 25 Fig. 5 Buchstaben dieses Wortes durch ihre Zahlenwerte, also a 3, 1 200, K l, d=80,-=10, K=lf S=30 so erhält man die Summe 325, und das ist die Summe aller 25 Zahlen des Marsquadrates. Dieses Marsquadrat weist ja, wie wir bereits wissen, in 5X5 Feldern alle Zahlen von 1 bis 25 auf, und zwar ist die Anordnung eine solche, daß jede Zeile, jede Spalte und jede Diagonale die Summe 65 ergibt; alle 5 Zeilen zusammen haben also die Summe 5 X 65 325. Hiernach brauchen wir nicht mehr zu sagen, daß „Graphiel" für Kabbalisten und Astrologen die „Intelligenz des Mars" war. Die magischen Quadrate selbst erscheinen, auf Abb. 6 und 7, wenn auch in den charakteristischen Eigenschaften übereinstimmend, in verschiedenen Formen, die wir für Abb. 6 in Fig. 4, für Ab(b. 7 in Fig, 5 wiedergeben. Das Quadrat Fig. 5 ist besonders kunstvoll,, und wir können es uns folgendermaßen entstanden denken: Dreht man das magische Quadrat der Fig. 1 (S. 260) um 180°, schreibt man also 6 1 8 7 5 3 2 9 4 und vergrößert man alle Zahlen um je 8, so wird das neue Quadrat natürlich auch wieder in allen Zeilen, Spalten und Diagonalen die gleichen Summen ergeben, nur ist diese Summe jetzt um 3X8 24 größer als vorher, beträgt also 39. Dieses so entstandene Quadrat der 9 Felder ist aber gerade der durch stärkere Randlinien markierte innere Kern unserer Fig. 5. Der innere 9-feldrige Kern ist also, für sich betrachtet,, ein magisches Quadrat, und daß außerdem auch das ganze Quadrat der Fig.. 5 magisch ist, hat in der Hauptsache darin seinen Grund, daß durch das Herumlegen des Randes um den inneren Kern jede Zeile, jede Spalte und jede Diagonale den gleichen Zuwachs von 26 erfährt (z. B. 20-J-6L 26; 19 + 7 26; 18 + 8 26; 1 +25 26). Während also in dem inneren 9-feldrigen Quadrat jede Zeile, Spalte und Diagonale, die Summe 39 ergibt, erhält man in dem ganzen 25-feldrigen Quadrat in jeder Zeile, Spalte und Diagonale übereinstimmend die Summe 65. — Solche Marsamulette haben, wie leicht zu vermuten, in erster Linie als Kriegsamulette gedient, während von den übrigen astrologischen Amuletten, die wir hier betrachten, für kriegerische Zwecke nur noch die Venusamulette — wegen der traditionellen nahen Beziehungen von Venus und Mars — Verwendung, gefunden haben; in der Hauptsache freilich haben Venusamulette ungleich friedlicheren Aufgaben gedient und sind, wie nahe liegt, in erster Linie* Liebesamulette gewesen. Auf dem Sonnenamulett der Abb. 8, einem Stück der reichen Wiener Münzen- und Medaillen- Sammlung (Kunsthistorische Sammlungen des. A. H. Kaiserhauses), das sich ebenso übrigens im Germanischen Museum in Nürnberg findet, erblicken wir den Sonnengott mit der Sonnenfackel m der Rechten und einem Szepter in der Linken; dazu, das Sonnenzeichen O und den Löwen, das „Haus" der Sonne. Von den hebräischen Worten ist das obere „Jähveh", das untere dagegen „Raphael",, der Engel der Sonne, dessen Name sich daher auch auf der Rückseite (rechts, in lateinischen Buchstaben) findet. Das Tier zu Häupten des Gottes« ist der „Widder", das ,,Hypsomau der Sonne, der deshalb, durch sein Zeichen (unterer Rand), auch auf dem> Sonnenamulett Abb. 9 vertreten ist. Das Zahlenquadrat der Abb. 8, auf dessen Wiedergabe wir verzichten, bedarf zunächst einer kleinen Korrektur, indem der Amulett verfertiger in der zweitobersten Zeile versehentlich statt einer 27, wie es. hätte sein sollen, eine 22 gesetzt hat. Nach Ausführung dieser Verbesserung stimmen die beiden.

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