Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 16 (1916)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar-März 1916)
- Article
- Die Ostjudenfrage
- Date
- 1916-02-01
- Page
- Seite 95 - 96 (sequence 12)
- Language
- German
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95 Die Abwehrmittel gegen die Ostjudengefahr und ihre Unzulänglichkeit. 96 würde Europa endlich vor ihnen' gesichert sein. Der Geheimrat Fritz will sie alle in Palästina ansässig machen. Er bekennt sich zum Zionismus., Die tiefe seelische Verwandschaft der Juden mit den Mongolen und Arabern (nach ihm sind die Ostjuden nur „judaisierte Mongolen") wird bewirken, daß, ihr seelenvergiftender Einfluß weniger schädlich empfunden wird. Und von Deutschland wäre die Gefahr abgewandt. Paphnutius indessen findet, daß man Palästina den Juden nicht überlassen könne, da die christliche und mohammedanische Welt an diesem Lande zuviel Interesse nehme; er schlägt daher vor, die Juden von Polen ein paar Stationen weiter nach Osten hinaus zu transportieren, nach Mesopotamien. Auch diese Landschaft hat große Vorzüge für die Juden. So sympathisch nun diese beiden Projekte auch sind, sie haben beide einen gemeinsamen Fehler, der auf der Hand liegt, aber von den Autoren Berühmter Kantianer. trotzdem nicht wahrgenommen wurde. Der Grund, weswegen die Ostjuden weithin gen Osten verpflanzt werden sollen, ist, wie wir soeben gesehen haben, daß größere Ansammlungen von ihnen in Deutschland verhindert werden müssen, damit die deutsche Seele nicht durch sie vergiftet werde, damit sie nicht in intellektueller Beziehung die Führung an sich reißen und die Verwaltung des gesamten geistigen Besitzes der Deutschen in ihre Hand nehmen, wie Fritz sagt, oder wie Paphnutius sich ausdrückt: „Damit der Jude, der ohne Ueberlieferung, ohne Ehrfurcht, ohne tieferes Verständnis den Allgemeinbegriffen der Deutschen gegenübersteht, nicht Einfluß gewinne auf unser Geistesleben und unsere öffentliche Meinung." Dann kommt das minder ätherische Motiv, der Wunsch, die drohende wirtschaftliche Konkurrenz der Ostjuden vom deutschen Volke fernzuhalten. Um diese beiden Ziele zu erreichen, müßte man aber die Ostjuden so unterbringen, daß sie für ewige Zeiten unschädlich gemacht würden, müßte sie in ein Land schaffen, von dem man sicher ist, daß, die Deutschen dorthin niemals kommen 18 werden. Wenn man berücksichtigt, daß die europäisch - christliche Völkerwelt in gewissem Sinne eine solidarische Einheit bildet, so haben auch die anderen Völker ein Recht, dafür zu sorgen, daß die Juden an einer Stelle untergebracht würden, wo sie ebenfalls vor ihrem zersetzenden Einfluß gefeit wären. Aber jetzt wollen wir nur das erstere Ziel im Auge behalten. Nun wissen wir, daß ganz Vorderasien, Palästina eingeschlossen, bis Mesopotamien hin, zur Interessensphäre Deutschlands zu rechnen ist. Auf diese oder jene Weise werden diese Länder von Deutschen besiedelt werden. (Prof. Gustaf Dalman, einer der maßgebendsten Kenner Palästinas und einflußreicher Orientpolitiker, hat erst vor kurzem vorgeschlagen, das heilige Land in eine Heeresstraße zu verwandeln, natürlich wäre eine solche vornehmlich dem Besitz und der Obhut der Deutschen anvertraut.) Wir wissen, daß z. B. vor tausend Jahren die ganze östliche Hälfte des heutigen Deutschlands noch nicht von Deutschen bewohnt war. In unseren Zeiten gehen diese Dinge, bei der enorm gesteigerten Volks- ^unahrnie und den hochentwickelten Verkehrsmitteln