Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 14 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- Tancreds Pilgerfahrt
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 357 - 358 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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357 Benjamin Disraeli: Tancreds Pilgerfahrt. 35S ,«.1 LW; *#**J,A^v3r» V3&Jt*>P*jt> «rr; -r.' " t \ 1-Uvv. Afiftf 'n »nlY 7ä3 /*-'/*' W»> p&j'jOb'vA i tp ^34 •7*»^ r*;^ rH: rk»?i;* pnji» w» pp* jvkrr^rrpy* jviv ^w» ^p.jjy^i b'?'^' i^/O' '^»rw faKffafl %y) jtVW ^'JT-ta r>o 7-701.T» j rJ>;vrJ .r);^J*7/inkij^w♦Ys* /> tfxr?L"vpi?Df> m»?k?opJjp ai?i yv? aMTjnwziFM Wut)* r?o? 7*Ji» «T^PX'JiPlfa\?>t>V\rn onoi» whon?M *tfrpsij>3 wi juvr>py* r)'7 ^r) <iw?> y.'Pjrrrwi ->j>ys Y^yipvpri- Ju)<')» vivpfr fipjcvw vnpjp^rr w jrt* p> W7 r?tm*»i& rp meines Großvaters für den einzigen Garten, den, es in der Nähe Jerusalems gibt. Aber ich möchte Sie etwas anderes fragen: Was wird bei euch in Europa am höchsten geschätzt?'' Tancred dachte nach und sagte nach einer kleinen Pause: „Ich meine genau zu wissen, was in Europa am höchsten geschätzt werden sollte — es tut mir leid, zu gestehen, daß man dort etwas ganz anderes wirklich schätzt. Ich erröte, es offen heraus zu sagen — aber es ist das Geld." „Im ganzen," fragte das Mädchen, „wird der, welcher das meiste Geld besitzt, am meisten bei euch geehrt, nicht wahr?" ,,Ich fürchte, dem ist so." „Welches ist die größte Stadt Europas?" „Ohne Zweifel die Hauptstadt meines Vaterlandes, London." ,,London ist größer wie Wien, das weiß ich — ist es auch größer als Paris?" ,, Vielleicht doppelt so groß." „Und viermal so groß als Konstanti:iop:l! Welch eine Stadt! Das ist ja das reine Babylon. Wie reich muß dort der am meisten geehrte Mann sein! Sagen Sie mir, ist er ein Christ?" „Er ist, glaube ich, ein Angehöriger Ihres Glaubens und Ihrer Rasse." „Und in Paris — wer ist der reichste Mann von Paris?" „Ich glaube, es ist der Bruder des reichsten Mannes von London." „Ueber Wien weiß ich selber Bescheid," sagte das Mädchen lächelnd. „Der Kaiser macht meine Glaubensgenossen zu Baronen seines Reiches, und er tat gut daran, denn ohne ihre Hilfe würde sein Reich auseinanderfallen. Nun, Sie müssen gestehen,, daß in Europa unsere Strafe und unser Fluch uns nicht zu übel bekommen ist." „Ich sehe nicht ein," sagte Tancred nach einer kurzen Pause, „warum die Strafe und Zerstreuung der Juden für den Hauptzweck des Christentums überhaupt nötig war. Wenn die Juden überhaupt nicht mehr existierten, so würde dennoch dieser Zweck erreicht worden sein." „Und welches ist Ihrer Meinung nach der hauptsächlichste Zweck des Christentums?" „Die Tilgung der Sündenschuld." „Ah!" sagte das Mädchen mit feierlichem Ausdruck. „Das ist eine große Idee, die mit unseren Instinkten, Ueberlieferungen und Sitten ebenfalls übereinstimmt. Auch in diesem Lande glaubt man fest daran. In eurem christlichen Glauben verliert diese Lehre keineswegs ihre erhabene Bedeutung und ist, trotz ihrer mysteriösen Einkleidung, wohl geeignet, Kraft und Trost zu spenden. -v*cu V-x3?i? yjr -+-ur cr>f*>i?j hhy?fr*> t^7j)) .v pt/ ,^r^^^«im J^SVJS F'wrflfaw) jpfcvjip cwpi o\u*o s?rh-h?)po? opyj 11,1?; Qyjfl A"<?»inf.})jw3v??jP'rjvw) ov 7 CtfttV&ywJ.-.? :>)w Jjvkhyowtfw i?*P7 i3"ttoq*yzp t>A'4^ Benjamin Disraelis Heiratskontrakt (1765) Ein sich opfernder Vermittler, ein die Sünden auf sich nehmender Heiland, der aus der auserwähltesten Familie des auserwähltesten Volkes stammt und dessen wunderbare Natur göttliche mit menschlichen Eigenschaften vereinigt, ein Mann, der durch sein versöhnendes Blut die Millionen, die schon da waren, und die Millionen, die noch kommen werden, für immer von ihrer Sündenschuld reinigt, ganz einerlei, welchem Klima und welchem Glauben sie angehören — das ist der Inhalt eures christlichen Glaubens. Ich bewundere die großartige Auffassung, obgleich ich gestehen muß, daß mein Hirn sie nicht gänzlich zu fassen imstande ist. Ich verstehe nur das eine: die menschliche Rasse ist erlöst, und ohne die aufopfernde Beihilfe eines jüdischen Prinzen hätte sie nie erlöst werden können. Nun sagen Sie mir: angenommen, die Juden hätten die Römer nicht aufgefordert, Christum zu kreuzigen — wie stünde es da mit eurer Sündenschuld?" „Ich kann solchen Ausführungen unmöglich folgen," sagte Tancred, „das Thema ist ein zu hohes, um es durch feine Spekulationsversuche zu entweihen. Ich darf mit meinem Verstände nicht an die Erklärung eines Ereignisses mich heranmachen, das der Schöpfer dieser Welt sicherlich Tausende von Jahren vorausbestimmt hat." „Ah!" sagte die Dame. „Der Schöpfer der Welt hat dies Ereignis Tausende von Jahren vorausbestimmt! Worin besteht dann also das unsühnbare Verbrechen jener, die seinen heiligen Willen ausgeführt haben? Die heilige Rasse lieferte die Opfernden und den Geopferten. An welch andere Rasse hätte man solch ein Ansinnen stellen können? War nicht auch Abraham bereit, seinen Sohn zu opfern? Und mit einer solchen Lehre, die alle Zeit und allen Raum, nein, noch mehr, die das Chaos und die Ewigkeit umfaßt, mit einer Lehre, deren Verkündiger von Gott gesandt sind und deren Zweck die Erlösung des ganzen Menschengeschlechts ist — mit eiier solchen Lehre können Sie die elende Verfolgung einer einzelnen Rasse verbinden? Und dies ist durchaus nicht dogmatisches, sondern praktisches Christentum. Es steht davon nichts in euren christlichen Büchern, die alle von Juden geschrieben worden sind; diese Ansicht muß unter jenen Kirchengemeinschaften aufgekommen sein, auf die Sie mich vorhin aufmerksam gemacht haben. Uns verfolgen! Wie? Wenn ihr wirklich glaubtet, was ihr zu bekennen vorgebt, so würdet ihr vor uns auf die Kniee sinken! Ihr errichtet doch dem Helden, der sein Land rettet, Statuen! Wir aber haben die menschliche yj7/'/ /■'. iny >TJ'* i, ' 1 1 1« — — - -4 j-- •# " ' | 'PWp rWMWltT-faMrf* 7 —y-^3j —)'-"—>£ Jjp-; :■)?»3}jr h Ja> rtaiw?h?pvd V WflP'-WWHS " " ~- hj n jv rij-y?-' pwp^o kW :• —— . --fy ^w^^Ul;r/)T!?Wj^ ^Vjvi/j