Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 14 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Article
- Jüdische Porträtminiaturisten
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 201 - 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2583875-2584047-2584050-2596345--15359-2596416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
201 Ernst Lemberger: Jüdische Porträtminiaturisten. 202 m& ■ -^:$k^:r ^-iif'/l ■■ »1? J Jeremias David Alexander Fiorino: Bankiersgattin Frau Julie Goldschmidt. Jeremias David Alexander Fiorino: Bildnis einer Unbekannten. nahm er von Jäck*). Jack, dessen Pantheon der Literaten und Künstler" eigentlich nur ein Pantheon der Bamberger Jesuiten ist, übertrieb gewiß. Einzelheiten und färbte sie seiner Gesinnung gemäß. So z. B. wenn er berichtet, die tieferbitterten Bamberger Juden wollten Jol Nathan ermorden, als sie erfuhren, daß er sich taufen lassen wolle. Im allgemeinen aber werden seine Daten verläßlich sein. Lebten doch noch, als er sein Buch schrieb, Nachkommen von Joseph Marquard Treu, denen er wahrscheinlich zum Teil auch seine Nachrichten verdankte. Jäck berichtet: ,,Treu, Joseph Marquard, zuerst Jol genannt, Sohn des churfürstlich-bambergischen Hofjuden Wolf Nathan zu Bamberg, geboren am 25. Dezember 1712, genoß anfangs nur den gemeinsten hebräischen Unterricht, ließ aber so viele Geisteskräfte in früher Jugend blicken, daß er deswegen von seinen Aeltern an die hohen Bildungsschulen zu Prag und Metz gesendet wurde. Auf der letzteren machte er bei einem Wortwechsel über Glaub enssreeen stände Be- *) Leben und Werke der Künstler Bambergs, in Verbindung mit Joseph Heller und Martin von Reider, beschrieben von Joachim Heinrich Jäck. Bamberg?825. Jeremias David Alexander Fiorino Frau Emilie Münch, geb. Möns. kanntschaft mit einem Kanonikus, welcher durch Mitteilungen der Briefe des hlg. Paulus das in ihm schon zu Bamberg angeregte Feuer für den U ebertritt zum katholischen Glauben noch mehr anfachte. Bald nach der Rückkehr in seine Vaterstadt besuchte er heimlich manchmal einige Jesuiten, z. B. Marquard von Rotenhan, um sich allmählich mit dem Katholizismus bekannter zu machen. Seine Glaubensgenossen hatten davon kaum die zuverlässige Nachricht bekommen, so war auch sein Tod beschlossen. Doch liebte ihn seine Schwester Bräunle, welche zu Frankfurt an üblen Folgen der ersten Entbindung gestorben ist, noch zu sehr, als daß sie ihm nicht vom Vorhaben der Altern und Verwandten hätte benachrichtigen sollen. Er entwischte ihnen also noch im entscheidenden Augenblicke eines Sonnabends, lief dem Kollegium der Jesuiten zu, wurde unter dem Beistande des Freiherrn Marquard Joh. Joseph von Horneck als Taufpathen und des Kanzlers F r. von Karg als Firmpathen am 3. März 1733 katholisch, und erhielt die Namen Joseph Marquard Treu in der Taufe, welche ihm der Jesuit Wencker mit Erlaubnis des Weihbischofs Werner Schnatz er-