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Ost und West · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 197 - 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Jüdische Porträtminiaturisten
Date
1914-03-01
Page
Seite 197 - 198 (sequence 2)
Language
German
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197 Ernst Lemberger: Jüdische Porträtminiaturisten. 198 Samuel Cooper: Earl of Loudoun. ausgezeichnet spiele. Er wai sprachenkundig and beherrschte die französische Sprache vollkommen, was die Annahme rechtfertigen würde, daß er sich längere Zeit hindurch in Frankreich aufgehalten habe. Er wohnte in der Henrietta Street, Covern Garden. Im dort gelegenen Kaffeehaus verkehrte er. Am 2. Januar 1.661 schrieb Pepys in sein Tagebuch: ,,I went forth by appointment to meet with Mr. Grant, who promised to meet me at the Coffee-house to bring me acquainted with Cooper, the great limner in little, but they deeeived nie and so I went home." Während der ältere Cooper dem Judentum treu blieb, — man hätte ihn doch sonst nicht den ,,Juden Cuper" genannt — trat Samuel, vielleicht gelegentlich seiner Verheiratung, zum Christentum über. Seine Frau war eine Christin. In der Wolbeck Abbey Collection befindet sich neben verschiedenen andern Werken des Meisters auch das von ihm gemalte Miniaturporträt seiner Gattin. Es trägt den von ihm eigenhändig geschriebenen Vermerk: ,,Christiana Cooper wife of Samuel Cooper S. C." Die Ehe blieb kinderlos. War Abraham Alexander ein sehr großes Talent, so war Samuel ein Genie. Darüber, daß er einer der größten Meister der europäischen Miniaturkunst ist, sind alle Urteile einig. Pepys, der von. dem Künstler nach dem Leben in Miniatur gemalt wurde, bewunderte ihn sehr. Aubrey nennt ihn „the prince of limners of bis age". Rey äußert sich gelegentlich der geschenkweisen Ueberlassung eines Cooperschen Miniaturbildes an das Ashmolean Museum in einem Briefe an Aubrey: „..... a noble present and a thing of great value." Evelyn nennt ihn ,,the rare limner". Walpole stellt ihn in eine Van Dyck, und Williamson hält ihn für ,,the greatest miniature paiaier that England ever produced'V In meiner ,,Bildnis-Miniatur in Skandinavien" bezeichnete ich Samuel Cooper als den größten Meister der realistischen Porträtdarstellung in der Miniaturmalerei. Denn dieser Künstler erlebt jedes Bild, das er malt. Ihn rührt und packt das Menschliche, Allzumenschliche. Er verklärt nicht und verschönert nicht. Er malt seine Modelle wie e r sie sieht. Und er sieht ihnen mit unheimlicher Schärfe bis auf den Grund der Seele. Vor seinen geistigen Augen fallen alle Schleier, und der brave Kerl steht vor ihm als braver Kerl und die Reihe mit Abraham Alexander Cooper: Graf Magnus Gabriel de la Gardie. Kanaille als Kanaille. Von den zahlreichen Bildern, die ich von ihm kenne, hat eines immer einen besonders tiefen Eindruck auf mich gemacht. Es ist das Miniaturbildnis der Viscountess Fauconberg, der Tochter von Oliver Crom well. Wer es verstand, ein menschliches Wesen so zu schildern, vor dem muß uns Samuel Cooper: fast grauen---- Karl n. Samuel Cooper war ein sehr fruchtbarer Meister. Er malte fast alle bedeutenden englischen Persönlichkeiten seiner Zeit in Miniatur und arbeitete auch für den englischen Hof. Seine in den Halbtönen leicht bläulich schimmernden Bildnisse, die gewöhnlich vor einem blauen Hintergrund stehen, sind meist auf Pergament, seltener auf die Rückseite von Spielkarten gemalt. Der Künstler starb am 5. Mai 1672 in London. Seine Werke fanden bereits zu seinen Lebzeiten hohe Anerkennung. Sie stiegen aber immer mehr im Werte und erreichten bereits achtzig Jahre nach seinem Tode eine erstaunliche Preissteigerung. G. C. Williamson schließt seinen Aufsatz über den Künstler in seinem Werke „The History of Portrait Miniatures" mit den Worten: ,,Cooper's works have always been esteemeel and valued, and they have not shared in the loss of favour which overtook most miniatures until a comparatively recent time. Their importance was at once realized, and they held their ground throug all the changes of fashion. In Walpole's time he complained of their high price, writing in 1758 to protest against being asked four hundred pounds for a portrait by the great artist; and from this time down to our own the work of Cooper has ever been sought for, and his strong, bold, characteristic portraiture has made his miniatures treasured possessionis of exceeding great value." Stücke, die heute im Kunsthandel auftauchen, erzielen außerordentlich hohe Preise. (Seit etwa zehn Jahren wird der Markt mit Fälschungen überschwemmt, die für Originalwerke dieses Künstlers ausgegeben werden!). Im XVIII. Jahrhundert wirkten in Deutschland eine ganze Reibe von Miniaturkünstlern, die teils Juden waren, teils von jüdischen Vorfahren abstammte i. Wi? der dänische Kunsthistoriker und Sekretär der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen, Philip Weilbach, in seinem „Nyt Dansk Kunstnerlexikon", Kopenhagen, 189G, mitteilt, stammte

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