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Ost und West · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. Seite 733 - 734

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
Das Germanentum in der klassischen deutschen Literatur
Date
1910-11-01
Page
Seite 733 - 734 (sequence 3)
Language
German
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733 Das Germanentum in der klassischen deutschen Literatur. 734 tungen drei Viertel aller Romanen wieder germanisch zu machen. Von diesen heben sich dann scharf ab die vielen Samuel, Benjamin, Johannes usw., die schon durch den Namen ihre Fremde Herkunft verraten. Wenden wir nun diese Methode auf Schiller und Lessing an. Den Namen Schiller aus dem Französischen oder Italienischen abzuleiten, dürfte schwerfallen. Auch unter den Römern und Griechen, deren Namen uns durch die Qucllcnschriftsteller überliefert sind (und ihre Zahl ist Legion), habe ich keinen Schiller gefunden. Ebensowenig findet sich der Name im Alten oder im Neuen Testament, wenigstens soweit ich diese gelesen habe, und auch aus dem Talmud führt Eisenmenger keinen an. Was bleibt also übrig? Wir müssen unbedingt Schiller für einen germanischen Namen erklären. Aber der Name lehrt noch weit mehr. Schiller ist soviel wie Schildhcrr und bedeutet den Schildträger, den Kämpfer. D i e V o r f a h r e n S c Ii i 1 - 1 e r s w aren als o Kriege r. Was in den Literaturgeschichten steht, dass bei ihnen das prosaische Bäckergewerbe erblich gewesen sei, verdient, weil nicht von rassigen Schriftstellern bezeugt, keine ernste Widerlegung. Auch räumen die Verleumder selbst ein, dass Schillers Vater Offizier gewesen ist und am Siebenjährigen Kriege teilgenommen hat. Vielleicht hat er um dessen glücklichen Ausgang mehr Verdienst als Friedrich der Grosse, oder besser gesagt, der Kleine. Nun beachte man folgende überraschende Analogie. Dantes Grossvater war, wie schon Chambcriain. (I, 499) aufgefallen ist, ebenfalls ein Krieger,, und schon darum hält Chamberlain Dante für einen Deutschen. Denn die Romanen hatten natürlich keine Krieger, sie waren von jeher Weichlinge, was bei ihnen die Waffen trug, war germanischen Geblüts. Wissen wir doch auch dank Woltmann, dass Coligny, Henri I.V., Karl der Kühne, Lafayctte, Louvois, Napoleon, Turenne, Vauban echte Germanen gewesen sind (Die Germanen in Frankreich, S. 92). Was mich betrifft, so steht es mir jetzt ausserdem fest, dass die Abstammung von Kriegern für einen echten Dichter wesentlich ist. Es sollte keiner in Kürschners Schriftstellerlexikon Eingang finden, der nicht wenigstens einen Reserveoffizier unter seinen Ahnen zählt. Schillers Mutter war eine geborene Kodweis. Kodweis bedeutet die Gottweise, die göttliche Weise! Gewiss ein sehr passender Name für diese fromme und kluge Frau. Wahrscheinlich war sie mit der prophetischen Jungfrau Vclleda verwandt. Alle echt deutschen Männer tragen echte deutsche Vornamen: Ludwig Woltmann, Adolf Bartels usw. Josef Jjudwig Reimer soll damit umgehen, den Josef abzulegen oder aus dem Germanischen zu erklären. Die Vornamen Schillers lauten: Johann Christoph Friedrich. Man beachte besonders den Namen Christoph. Der Christopherus der Legende ist nur scheinbar ein christlicher Held, in Wahrheit verbirgt sich darunter ein germanischer Gott, wahrscheinlich Thor.1) Somit weist wenigstens der eine N a m c Schillers gradezu a u f den a 11 - g ermanische n Göttcrglaubcn z u r ü c k. In all diesem bildet Lessing den vollendeten Gegensatz zu Schiller. Seine Vorfahren waren keine Krieger, sondern friedliche Pastoren, die als solche, wie alle Kurz- J) Vgl. Ernst Krause, Tuiskoland. schädler, ein gemächliches Dasein -auf ihrer Scholle führten und weiter keinen Ehrgeiz kannten, als einen Haufen Kinder in die Welt zu setzen, um so den Rassegermanen, die sich für sie in aufreibender physischer und geistiger Tätigkeit erschöpften, zum Dank den Roden ihrer Väter streitig zu machen. Das Bestreben dieser stumpfsinnigen Bastarde geht auf gutes, auskömmliches Leben, auf reichliches Essen und Trinken: ein Zug, der sich bekanntlich auch bei Lessing wiederfindet, nannten ihn doch seine Lehrer ein P f e r d , das doppeltes Futter b r auch t. Wenn Lessings Heimat dafür zu sprechen scheint, dass er wenigstens ein Slawe war, so werden wir durch seinen Namen eines Bessern oder vielmehr Schlechtem belehrt. Zwar Lessing selbst ist polnisch (Lesczynski!), aber Gott hold Ephraim!! Der Gotthold mag noch hingehen, er scheint aus dem griechischen Thoophilos übersetzt zu sein, aber Ephraim! Prohpudor! Und das will ein deutscher Dichter sein? Dieser Name deutet klar auf semitisch-negroide Abstammung hin. Um den Beweis vollständig zu machen, erinnere ich nur daran, dass Lessing später dem berüchtigten Freidenker Hermann Samuel Reimarus nahetrat und eine Eva König heiratete. Die Frage, oh Lessing getauft war oder nicht, hat gegenüber solchen Tatsachen kaum Interesse. Chamberlain hebt mit Recht hervor, dass mitten in der ärgsten Rassenmischung, im greuelvollsten Völkerchaos, sich einzelne Individuen ganz rasserein halten können. Warum sollte also das Gegenteil befremden, dass mitten in einer protestantischen Pfarrerfamilei Sachsens urplötzlich ein Jude vom reinsten Wasser auftaucht? Die anthropologischen Eigenschaften sind das Entscheidende, nicht der mehr oder minder grosse Anteil an dem Blut irgendeiner Rasse. Es gibt zwar heute keine rassereinen Völker mehr, ja vielleicht hat es nie welche gegeben, aber es gibt heute, so gut wie sonst und immer, „reine Rasse" in einzelnen Individuen, Familien und grösseren Gruppen.1) Wenn wir also in Deutschland Leuten mit ausgeprägtein Geschäftssinn, materialistischen Genussmenschen, Börsenmatadoren, Sozialdemokraten oder Frei(?)sinnigen begegnen, so sind das eben einfach keine Deutsche, und mögen sie in grader Linie von Hermann dem Cherusker abstammen. Oder gab es etwa im Germanien des Tacitus Börsenjobber und sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete? Kehren wir nun zu Schiller zurück. Eigentlich sollte schon allein der Umstand, dass er ein grosser Dichter war, genügen, um jeden Zweifel an seiner Rasse zu heben. Ucberdics spricht der ganze Charakter der Schillerschcn Muse, ihr Ernst, ihre erhabene Gesinnung ebenso beredt für sein Deutschtum, wie bei Dante. Stoff, Sprache, Geist und Gemüt — alles ist deutsch. Den Unterschied zwischen ihm und Lessing macht man sich am besten klar, indem man zwei Werke von ihnen vergleicht; natürlich nicht beliebige, sondern solche, die einen ähnlichen Gegenstand behandeln. Ich wähle als Beispiele Schillers Spaziergang und Lessings Vach mecum für den Pastor Lange.'2) In dem einen ist die Sprache wie die ganze Behandlung deutsch, in dem andern stolpert man bei jedem dritten Satz über einen x) {Jeher diesen Satz Woltmanns (Die Germanen in Frankreich, S. S), dessen abgrundtiefe Weisheit sich bis jetzt nur ahnen, nicht aber mit den Mitteln des beschränkten Verstandes begreifen noch dartun liisst, werde ich demnächst eine besondere Abhandlung veröffentlichen. 2) Yade mecum lieisst: Geh mit mir spazieren.

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