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Ost und West · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. Seite 731 - 732

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
Das Germanentum in der klassischen deutschen Literatur
Date
1910-11-01
Page
Seite 731 - 732 (sequence 2)
Language
German
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731 Das Germanentum in der klassischen deutschen Literatur. 732 Frankreich, S. 12): „Die weisse Haut, die blauen Au gen und die blonden Haare sind nicht ein zufälliges Ausschmückungsstück der Natur . . . Bei der Heranzüchtung dieser Rasse hat das Zurücktreten dos Pigments dem Aufbau des Gehirns gedient, und während bei den farbigen Rassen der starke Pigmentgehalt einen intensiven Stoffverbrauch verursacht, kommt er bei der hellen Rasse dem Gehirn- und Ncrvcnlebcn zugute." Es ist also klar, dass im allgemeinen kein dunkler Mensch genial sein kann, wenn auch hie und da dunkelfarbige Individuen und selbst ganze Völker die Maske der Genialität vorgenommen haben. Und so ist es mit allen physiologischen Eigenschaften der Germanen. Diese Rasse besitzt den durchschnittlich grössten und kräftigsten Körperbau und ist auch dadurch zur Genialität prädestiniert. Intensive Gehirntätigkeit ist ohne stattliche Körpergrösse nicht denkbar; ein schwächlicher Körper hält sie nicht aus. Dies formuliert Reimer (S. 19) im Anschluss an Woltmann so: „Geistig hervorragende Menschen zeichnen sich im allgemeinen durch eine höhere Körperlänge aus, die das Durchschnittsmass der gesamten Bevölkerung übersteigt." Begriffsstutzige Gegner und ausgedörrte Philologen werden einwenden, dass Napoleon 157, Kant 158, Beethoven 163, Nelson 163 cm gemessen haben, dass auch Richard Wagner, Mozart, Friedrich der Grosse, Montesquieu, Horaz u. a. m. klein von Wuchs gewrescn seien. Aber das will wenig sagen. Wie nun, wenn sich die Berichterstatter geirrt und Männer als kurz bezeichnet hätten, die in Wahrheit Riesen waren? Nicht überall war ein Woltmann mit seiner unübertrefflichen ikonographischen Akribie zur Stelle. Und ferner, wer sagt uns, dass wirklich alle diese Männer Genies gewesen seien? Der Schein trügt oft. Horaz z. B. war kein originäres Genie, sondern ein nachahmendes Talent, denn er hat eingestandenermassen griechische Vorbilder benutzt. Von dem pseudogermanischen Pseudogenie Wagner ist schon die Rede gewesen. Kant möchten wir gerne retten, nachdem ChamberJain eine so saure Arbeit an ihn verschwendet hat, aber es geht beim besten Willen nicht; seine äussere Erscheinung entspricht dem germanischen Schönheitsideal denn doch gar zu wenig, und so muss es ausgesprochen werden, dass auch er nicht original ist, vielmehr auf Locke und Hume fusst. Friedrich der Grosse, dessen Körperlänge bekanntlich zu seinem Beinamen im lächerlichsten Missverhältnis stand, verdankt seine Erfolge wahrscheinlich grösstenteils der von seinem Vater gebildeten Potsdamer Riesengarde. Der anthropologische Massstab bleibt also auf jeden Fall bestellen. Insbesondre aber auf ästhetischem Gebiet herrscht das Germanentum unbestritten. Wie kann ein Volk, das der höchsten körperlichen Zierden, der blauen Augen und der blonden Haare, entbehrt, sich je zum Begriff des Schönen erheben? Ist es da zu verwundern, dass die Neger bis auf den heutigen Tag noch keinen Praxiteles oder Raffael hervorgebracht haben.1) Ebenso ist es auch mit den dichterischen Leistungen. Man beachte folgenden höchst merkwürdigen Umstand, auf den schon Gobineau die Aufmerksamkeit gelenkt hat: kein Neger, kein Indianer, kein Malaie oder J) Vgl. Reimer, S. 21. Karl Jentsch in der Pol.-Anthrop. Revue V. 2, S. 96. Praxiteles war zwar ein Grieche, Raffael ein Italiener. Äber daraus folgt nur, dass die landläufige Meinung, die Griechen und Italiener seien dunkeläugig \md dunkelhaarig gewesen, auf Irrtum beruht. Papua hat je eine Ibas, eine Divina Commedia oder einen Faust hervorgebracht. Warum in aller Welt, so darf man wohl fragen, haben sie es nicht getan? Zeit hatten sie doch genug dazu. Wenn sie es trotzdem versäumt haben, so ist es klar wie der Tag, dass es ihrem Blut an den erforderlichen germanischen Bestandteilen gefehlt hat, dass sie alle Kraft auf ihr Pigment verwandt haben und so natürlich für dichterische Meisterwerke nichts übrig behalten konnten. III. Schiller und Lessing. Wenden wir nun diese Grundsätze auf unsre wirklichen oder angeblichen Klassiker an, zunächst beispielshalber auf Schiller und Lessing. Ich habe zu diesem Zwecke dicMühcnichtgeschcut, alle vorhandenen Porträts Schillers einer genauen Prüfung in bezug auf Natur, Haare, Augen und Gesichtsfarbe zu untersuchen. Damit nicht zufrieden, habe ich auch seine Denkmäler nach denselben Gesichtspunkten untersucht. Das Resultat war überall das gleiche. Schon allein nach dem Ergebnis dieser Untersuchungen scheue ich mich nicht, den Satz auszusprechen: wir haben in Schiller den echtesten Typus eines germanischen, mithin genialen Dichters zu "verehren. Schiller war rötlich-blond, wie alle Genies.1) Seine Augen waren grau und blau, die Gesichtsfarbe hell. In fast beängstigender Weise hatte die Natur bei ihm an Pigment gespart. Von wie gewaltiger Körpergrösse er war, ergibt die Betrachtung seiner Denkmäler. Hingegen Avird man bei Lessing nach diesen charakteristischen Merkmalen vergebens suchen. Wenigstens habe ich an dem Hamburger Lessing- Denkmal, das ich zum Gegenstand eines besonders eingehenden ikonographischen Studiums gemacht und wohl hundertmal von allen Seiten betrachtet habe, von jenen Anzeichen des Genies beim besten Willen keine Spur entdecken können: weder blaue Augen, noch blondes Haar, noch die Farbe aus Milch und Blut. Dieser Lessing gleicht mehr einem Neger als einem Deutschen. Und doch wird dieses Denkmal allgemein als höchst porträtähnlich gerühmt. Doch wir haben noch andere Beweismittel. Ein sicheres Merkmal germanischer Herkunft bilden bekanntlich die Namen. Mittels der Namenforschung ist es z. B. Chamberlain (1, 499) gelungen, Dante als einen Vollblutdeutschen zu erweisen. Allerdings fügt er hinzu, dass es eines solchen Beweises eigentlich nicht bedürfe, aus Dantes Wesen folge sein Germanentum ganz von selbst, immerhin aber ist es gut, wenn man dem beschränkten Buchstabenglauben unsrer Philologen mit solchen Beweisen kommt, die für ihren brachykcphalen Stumpfsinn fassbar sind. Woltmann ist dann auf diesem Gebiet weiter gegangen und hat die überraschendsten Ergebnisse ans Licht gefördert. So ist Rafl'aels Familienname Santi einlach das deutsche Sandt, Bonaparte entpuppt sich als ein langobardischer Boniport usw. Man sollte daher endlich ganze Arbeit machen und bei den erwiesenen Genies die guten deutschen Namen statt der verwischten wieder einsetzen; also Wolter statt Voltaire, Russ statt Rousseau, Rode statt Rodin, Leonhard v. Vincke statt Lionardo da Vinci, Werder oder Weigheim statt Verdi usw. Der anthropologischen Schule ist os ein Leichtes, allein mittels der Namenabici- *) Was mich seihst betrifft, so darf ich wohl in aller Bescheidenheit bemerken, dass ich fuchsrot bin.

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