Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1910) · p. Seite 529 - 530

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1910)
Article
Das Beerdigungswesen in der Wiener israelitischen Kultusgemeinde
Date
1910-08-01
Page
Seite 529 - 530 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2583875-2583993-2584002-2595236--10756-2595381
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

529 Siegmund Ilusserl: Das Beerdigungswesen in der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. 530 Mancherlei Anhaltspunkte geben nns jedoch auch nach dieser Richtung hin wertvolle Aufschlüsse, so besonders die Inschriften*) der auf diesem Friedhof noch erhaltenen Grabsteine. Sehr spärlich sind auch die Quellen, die uns über das weitere Schicksal dieses Gottesackers Nachricht geben. Das Archiv derisrael. Kultusgemeinde besitzt diesbezüglich nur ein einziges aus dem Jahr 1671 stammendes, im Jahr 1696 beglaubigtes Dokument, betreff, den durch die Söhne Koppel Frankls nach der letzten Ausweisung der Wiener Juden als Preis für die immerwährende Erhaltung des Friedhofes an die Wiener Stadtgemeinde entrichteten Betrag von fl. 4000.—, dessen photographische Reproduktion wir nachstehend folgen lassen. Auf diesem Friedhof befinden sich derzeit noch etwa 1000 Grabsteine, dessen ältester aus dem Jahr 1540 der jüngste aus Faksimile einer Urkunde aus dem Jahre 1671 betreffend den damaligen Wiener jüdischen Friedhof. (Siehe Text.) *) Da vor mehreren Jahren konstatiert wurde, dass die über Anregung Dr. Ludwig August Frankls in den fünfziger Jahren erfolgte Entzifferung dieser Inschriften äusserst mangelhaft und unvollständig war, beauftragte die Historische Kommission des Kultus-Vorstandes Herrn Dr. Bernhard Wachstein mit deren weiteren Entzifferung und Bearbeitung. Als erste Probe seiner Forschungen hat der Genannte 13 Epitaphien der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien bereits vorgelegt. dem Jahr 1783 , stammt. — Die Familie Frankl trat ihr Eigentumsrecht an den Friedhof im Jahr 1796 an Samuel Oppenheim ab, in dessen Familie er sodann nahezu ein Jahrhundert verblieb. Erst im Jahr 1789 wurde er gegen eine Ablösungssumme von 2250 fl. von der gesamten Judenschaft neuerlich erworben. b) Der Währinger Friedhof. Eine Entschliessung KaiserJosefll. vom 9. Oktober 1793 ordnete die Verlegung der zahlreichen im Weichbilde der StadtWien gelegenen Friedhöfe an. Einem Antrage der Hofkanzlei entsprechend, erteilte der Kaiser den Auttrag, auch für die Juden einen Ort ausser den Linien anzuweisen. Im Auftrag, der Hof kanzlei vom 9. Oktober 1783 forderte die Landes-Regierung unter dem 22: November d. J. den Wiener- Magistrat auf „die Wienertolerierte Judenschaft von der kaiserlichen Entschliessung zu verständigen und für sie einen, geeigneten Grund : zur Anlage eines neuen Friedhofesausfindig zu machen." Die Judenschaft stellte in einem vom 22. Dezember d. J. datierten Majestätsgesuch die Bitte, von der Auflassung ihres alten Friedhofes abzusehen; für^den Fall der Ablehnung derselben, baten unsere Vorfahren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.