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Ost und West · 1910-07-01 · Heft 7 (Juli 1910) · p. Seite 427 - 428

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 7 (Juli 1910)
Article
Max Levi
Date
1910-07-01
Page
Seite 427 - 428 (sequence 3)
Language
German
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427 Max Schacherl: Max Levi. 428 MAX LEVI. Ringende Knaben. FRIEDENAU. Zoll Boden mutet das Aneinanderstemmen der beiden Körper an. Ein spielerischer Einfall in reizvoller Ausführung. Die zwei Figuren ruhen — und dieses ist ein feines Kennzeichen — nicht in einem begrenzten Rahmen; eine freie Geschlossenheit charakterisiert diese Gruppe, die des Künstlers Neigung zur Gestaltung sich bewegender Körper vollendet zeigt. Auch hier -wieder schlanke, feine, fast mädchenhafte Körper; aber bei aller Weichheit der Linien bleibt die Anspannung der muskulösen Leiber, das Sehnige der Jünglingskörper deutlich sichtbar. Und in der Anordnung der Gruppe, deren Figuren im Kampf wie auseinanderstrebend den Eindruck einer unlöslichen Einheit unverlierbar wiedergeben, zeigt sich dieses Künstlers Kraft. Von klassischem Naturgefühl und kraftvoller Realistik zeugt „Der Kugelspieler". Das hat ein grosser Künstler gesehen, einer, dem es um jede Nuance bitter ernst'ist: ^wie^der "Spieler den Blick wie "gebannt auf die Kugel ^gerichtet hält, der linke Arm sich anspannt und die Finger wie im Krampf sich^schliessen; wie die Rechte sich unwillkürlich erhebt, derjganze, muskulöse Körper des Jünglings bis in die|kleinste Fiber zuckt und bebt! Dann die eiserne Ruhe der Beine, wie sich stahlhart der linke Fuss auf den rechten presst — ein harmonisches Gebilde ernster Leidenschaft, ein starkes, nachdenkliches Werk. „Der Kugelspieler", auf der Internationalen Kunstausstellung 1896 ausgestellt, ist Eigentum des Besitzers der Villa Hahn, in Wannsee. Es ist auffällig, dass Levi seine weiblichen Figuren in der Mehrzahl als Ganzporträts bringt, Während ihn beim Manne zumeist nur die Nachbildung des Kopfes reizt. Er geht von der richtigen-Erkenntnis aus, dass die natürliche Vorstellung sich die Frau immer in allen Linien des Körpers denkt; der Frauenkopf allein sagt noch zu wenig und lässt den Wunsch rege werden,

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