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Ost und West · 1910-06-01 · Heft 6 (Juni 1910) · p. Seite 357 - 358

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Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 6 (Juni 1910)
Article
Die spaniolischen Juden
Date
1910-06-01
Page
Seite 357 - 358 (sequence 4)
Language
German
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357 A. Hebräus: Die spaniolischen Juden. 358 wm^m^m ^Jl^l^l*' '■ j:-'-;^:^f läMäß^- ■f# > V.:-;: %1\A: ■ ■ ::■.> : ■ ■ -. £ - * /^;:':• -M\ den^: Protokolle abgefasst sind. Dass beträchtliche askenasische Elemente in die sephardische Judenheit eingedrungen sind, dass geht aus den sehr häufig vor* kommenden Familiennamen Askenazi undRusso, denen man in den spanisch - jüdischen Gemeinden erst seit der Zeit nachderVer« treibung der Juden aus Spanien und Portugal begegnet. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch erwähnen,dass sich 'etwas Ähnliches gleichzeitig in Polen abgespielt hat,, In diesen. Land haben die jüdischen Einwanderer aus Deutschland im 15. Jahrhundert die alten slawischen Gemeinden erobert, und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war der Sieg des ^Deutschtums in Polen, d. h. in den jüdischen Gemeinden dieses Landes, völlig entschieden.Die deutschen Juden in Polen haben das Deutschtum die Jahrhunderte hindurch wirksamer und ausdauernder verteidigt, als die Deutschen selbst. Lediglich den viel geschmähten polnischen Juden ist es zu verdanken, dass noch heutmm^mmm-mmH M^'^i ■ y:p- ^n^n^:>- "■■ :-m-tf£mj& ■ LESSBR .URY. Sonnenuntergang am Schlachtensee. zutage die- Städte in Galizien deutschen Charakter tragen. Mit dem völligen Sieg der sephardischen Juden in den türkischen Ge* meinden begann das alte Leben,wiees zuvor in den spanischen Gemeinden geherrscht hatte, mit all seinen Licht- und Schattenseiten. Gewiss haben die neuen Ansiedler nach dem Osten ein Stück von ihrem . Kulturvermögen mitgebracht. Diese spanisch - jüdische Kultur hat zwar, auf den neuen Boden verpflanzt, keine Blüten mehr gezeitigt, aber sie erhielt sich doch noch zwei bis drei Generationen hindurch: kleine Reste der hebräischen Poesie, etwas Religionsphilosophie^ Sinn für Geschichte und profane Wissenschaften; Auf alten Grabsteinen der Friedhöfe in Saloniki, Välona, Belgrad' usw. findet man noch zuweilen hübsche Inschriften, die an die frühere klassische Epoche der hebräischen Sprache anklingen. Man muss aber ehrlich gestehen, dass die1 Schattenseiten sich empfindlicher zeigten, als die Licht- Äalii ■ •' 'ii 'r%j ■ia&i W?« ■ ■Mm 5mI _ : ^^§BP\ '^^eföS^^ :a $$mm BEKLBT.

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