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Ost und West · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. Seite 63 - 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
10 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Das Laubhüttenfest in Mossul
Date
1910-01-01
Page
Seite 63 - 64 (sequence 2)
Language
German
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63 Mitteilungen der AUiance Israelite Universelle: Das Laubhüttenfest in Mossul. 64 Viele von ihnen tragen Schuhe und schickliche Gewänder. Das Innere der Häuser ist nicht mehr so unreinlich und vernachlässigt. Die wohlhabenderen Familien haben sich sogar einige Einrichtungsgegenstände angeschafft; es gibt kaum noch ein Haus, in dem nicht ein kleines Kanapee wäre. Das sind Fortschritte, die in die Augen springen, erkennbar für alle, die unsere Glaubensgenossen vor unserer Niederlassung in Mossul gekannt haben. Wie alljährlich hat der Direktor der Allianceschule auch diesmal sich eine Laubhütte eingerichtet, schön ausgestattet und genau den religiösen Vorschriften entsprechend. Selbstverständlich kam im Lauf der Feiertage die gesamte israelitische Bevölkerung, kamen alle Behörden und alle Notabein der Stadt in unsere Laubhütte. Da in diesem Jahr der Fastenmonat Ramazan mit unserem Fest zusammenfiel, so mussten wir, um unseren zahlreichen moslemitischen Freunden ein Vergnügen zu bereiten, einen besonderen Abend zu ihrem Empfang bestimmen. Für den 3. Oktober war dieser Empfang festgesetzt. Ganz spontan liess uns der General - gouverneur durch einen Offizier sagen, dass er — um sein Wohlwollen gegenüber der jüdischen Bevölkerung zu zeigen und uns die Dankbarkeit der ottomanischen Regierung für das unschätzbare Gut zu beweisen, das unser Werk dem Lande bringt, indem es mit Hingebung und Eifer Unterricht erteilt an eine ebenso arme wie rückständige Bevölkerung — die Militärmusik zu nns beordert habe, um unserer Abendfeier höheren Glanz zu verleihen. Gleichzeitig kündigte der Generalgouverneur uns seinen eigenen Besuch an. — In aller Eile schmückten wir unser Haus mit Flaggen in den nationalen Farben und improvisierten eine Illumination, Das Gerücht von dem Besuch des Generalgouverneurs hatte sich schnell verbreitet. Infolgedessen kamen schon lange vor der bestimmten Stunde an zweitausend Personen, die unser Haus anfüllten. Als die Musik das erste Stück hatte ertönen lassen, war fast die gesamte übrige Bevölkerung herbeigeeilt. Alle unsere Glaubensgenossen hatten sich mit Frauen und Kindern eingefunden. Die am Eingang aufgestellten Gendarmen hatten Weisung, keinem Israeliten den Eingang zu verwehren. Unter den Besuchern bemerkte man alle Notabein der verschiedenen christlichen Kolonien, der chaidäischen, jakobitischen, syrischen; weiter die Konsuln Deutschlands, Englands, Frankreichs, mit ihren Dragomanen, den Generalinspektor der Verwaltung der öffentlichen Schuld, den Sanitätsinspektor, den Bankdirektor mit seinem Generalkontrolleur, den Direktor und die Mitglieder des öffentlichen Unterrichtsrats, alle Würdenträger des Serail, die Präsidenten des Appellationsgerichts, die Mitglieder des Verwaltungsrats, die beiden Abgeordneten von Mossul, die während der Ferien hier waren, den Präsidenten und die Mitglieder des Stadtrats, den Kadi, den Post- und Telegraphen-Direktor, den Polizeidirektor, endlich alle Beys und alle Paschas der Stadt. Als Punkt 8 Uhr abends der Vali bei uns eintrat und die Musik die türkische Nationalhymne anstimmte, empfingen ihn allseitige und wiederholte. Rufe: „Hoch unser Generalgouverneur!" Den Vali begleiteten Maktubtschi Bey, der Defterdar Bey, der Militärkommandant, Major Resehid Bey, Eeiteroberst Jussuf Bey, der Gendarmeriekommandant, Alai Bey und viele andere höhere Offiziere. Diese Die Alliance-Schulen in Beirut Unterkursus I. und II. Jahrgang.

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