Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- Das Laubhüttenfest in Mossul
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 65 - 66 (sequence 3)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
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65 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Das Laubhütteniest in Mossul. 66 Die AUiance-Schulen in Beirut. Unterkursus. I. und II. Jahrgang. prächtig gekleidete MeDge in glänzend erleuchteten Käumen — der Stadtrat hatte uns die Lampions geliehen — tot einen feenhaften Anblick. Einige unserer Schüler trugen schöne Gedichte vor, was ausgezeichneten Eindruck machte. Oer Generalgouverneur sagte uns freundliche Glückwunsch¬ und Dankesworte und verliess uns darnach mit dem amtlichen Gefolge. Kurz vor Mitternacht war alles vorüber. Diese so gelungen improvisierte Soiree, die unerwarteten Erfolg hatte, war die erste ihrer Art in Mossul. Besonders bemerkenswert ist, dass noch nie zuvor die Militärmusik die Erlaubnis erhalten hatte, bei einem privaten Fest mitzuwirken. Diese Gunst der Regierung hat unser Werk sehr populär gemacht und zur Erhöhung unseres Ansehens und unseres Einflusses beigetragen. Der Inspektor der 'öffentlichen Schuld, Herr Maurel, bezeichnete unser Fest gleichsam als die Krönung unseres Werkes. Denn nach den ausserordentlichen Schwierigkeiten, denen wir anfänglich begegnet waren, nach der offenen Feindseligkeit der Regierung, nach dem stummen Uebelwollen der fanatischen Moslim, namentlich nach der ablehnenden Verachtung, die die Behörden und alle Nichrjuden im allgemeinen unseren armen Glaubensgenossen von Mossul gegenüber empfanden, sei heute das Oberhaupt der Regierung, seien alle Behörden und die ganze Stadt ohne Unterschied der Nationalität in das israelitische Viertel gekommen, um ein israelitisches Fest zu feiern. „Das ist", sagte Herr Maurel, „ein glänzender Erfolg, den Sie sich zur Ehre rechnen können". — Bei unserer Ankunft in Mossul "bestand in der Tat die vornehmste Schwierigkeit darin, dem Direktor der Allianceschule eine Stellung zu schaffen. Diese Stellung ist jetzt gefunden. Sie ist die jedes Allianceschullehrers, nämlich die eines Freundes und Mitarbeiters der Regierung. S i d i. Frankfurt a. Main. Dem hiesigen Lokal-Comite sind von Herrn Ludwig Schiff und Frau anlässlich der Vermählung ihrer Tochter Clara mit Herrn Dr. Moritz Sobernheim 200 Mark als Spende üb erwiesen worden. — Ferner sind dem Comite 1000 Mark „zum Gedächtnis an Herrn Leopold Sonnemann" von dessen Hinterbliebenen zugegangen. * * * Die Juden in Jemen. Die Alliance Israelite Universelle hat ihren Schulleiter in Beirut, Herrn Yomtob Semach, beauftragt, sich nach Jemen zu begeben, um die Verhältnisse der dortigen Juden zu studieren und über die Mittel zu.berichten, durch die der misslichen materiellen und kulturellen Lage unserer dortigen Glaubensgenossen abzuhelfen wäre. Herr Semach hat seine Reise bereits angetreten. Die Intervention in Marokko. Wiederholt ist an dieser Stelle von den Bemühungen die Rede gewesen, die der Präsident der Alliance Israelite Universelle und die Vertreter der Alliance in Fez aufgewendet haben, um unseren Glaubensgenossen in Marokko Rechtssicherheit zu gewähren und sie gegen die Bedrückungen durch einzelne Grosse des Reichs zu schützen. Als neuerlich namentlich ein Kämmerer des Sultans sich mehrfacher Ausschreitungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung schuldig machte, überreichte Elmaleb, Direktor der Allianccschulen in Fez, dem französischen Vertreter dort ein Promemoria, das der französischen Regierung zugestellt wurde. In der französischen Deputiertenkammer wurde die Angelegenheit am 23. November erörtert, und der Minister des Auswärtigen, Herr Pichon, nahm zu ihr Stellung.