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Ost und West · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1906) · p. Seite 707 - 708

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1906)
Article
Abraham in der bildenden Kunst
Date
1906-10-01
Page
Seite 707 - 708 (sequence 4)
Language
German
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707 G. Kutna: Abraham in der bildenden Kunst. 708 Halle des Palastes geführt. Abimelech tritt aus der Tür ihr entgegen; darauf steht sie, mit zierlicher Demut angetan, vor dem König, der auf sie deutet, SCHIRMER. BERLIN, NATIONAL-GALLERIE Vertreibung Hagars. SCHIRMER. BERLIN, NATIONAL-GALLERIE. Hagar in der Wüste. während Abraham gestikulierend seine Entschuldigung vorbringt (Peter van der Borcht). Oder Abimelech sitzt auf seinem Thron und spricht gütig vorwurfsvoll zu Abraham, der Sarah bei der Hand gefasst hält, wie es Wendelin Dietterlin in philiströs realistischer Art auf einem Blatte (1592) darstellt. Der Kampf Abrahams gegen Kedorlaomer und die Könige fand im Mittelalter und in den graphischen Künsten — mit meist unzureichenden Mitteln — gelegentlich eine Darstellung. Ausserordentlich zahlreich wird jedoch eine Episode aus dieser Erzählung in der Kunst behandelt: die Begegnung Abrahams mit Melchizedek. Die Szene wurde nach Ebräer 7.eucharistisch gedeutet,2) und Melchizedek selbst als der Hohepriester, von dem alle Priester der Welt ausgehen, wie schon im 2. Jahrhundert von Theophilus gelehrt wurde; sie hatte daher eine hohe Bedeutung innerhalb des christlichen Bilderkreises. Die neuere Kunst fand trotz des geringeren Interesses für die kirchliche Bedeutung immer noch ein günstiges Motiv in dem Gegenstand und Anreiz zur Darstellung schönen Menschendaseins in ruhiger gesammelter Bedeutsamkeit; in der modernen Kunst allerdings verflüchtigt sicli das Interesse. In trühchristlicher Zeit bringt Melchizedek, mit dem Pallium bekleidet, Abraham Broc und Wein entgegen (auf den Mosaiken von S. Maria Maggiora in Rom); in den Wolken ist die ausgestreckte Gotteshand sichtbar zum Zeichen der Annahme des Weiheopfers. In San Apollinare in Classe und San Vitale in Ravenna verbildlicht er zwischen Abel und Abraham das Mysterium des Abendmahls. Neben Abel erscheint er auch später noch in einem Missale zu Bamberg aus a fait ce roy? und sie anwortet: Rien qui soyt, Je le vous jure et Dieu Je sgayt---. Diese Kirchenspiele sind aber neben der Predigt die Hauptquelle für die Kenntnis der Bibel bei den Laien. 2) Im zweiten, nach der Wandlung in der Messe gesprochenen Gebet heisst es danach: supra quae propitio ac sereno vultu respicere digneris et accepta habere, sicuti accepta habere dignatus es munera pueri uii iusti Abel et sacrificium patriarchae nostri Abrahae et quod tibi-, obtulit summus sacerdos tuus Melchized e ch, sanctum sacrificium immaculatam hbstiam.

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