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Ost und West · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1906) · p. Seite 705 - 706

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1906)
Article
Abraham in der bildenden Kunst
Date
1906-10-01
Page
Seite 705 - 706 (sequence 3)
Language
German
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705 G. Kulna: Abraham in der bildenden Knrst. 700 Stil Veronese's, mit Spangen und Schmuck und stösst man dann auf Blätter freier sittenbildlicher graziösen Bewegungen. Leer pathetisch ist der Ein- Charakteristik. Sarah wird von Kriegern in die zug Abrahams ins gelobte Land von J. W. Schirm er, doch geht ja bei diesen „biblischen Landschaften" die Absicht auf die landschaftliche Szenerie, in die sich der Romantik beflissene Menschengestalten als stilgemässe Staffage einfügen. Dieselbe figurale Komposition hat die Bibel von Schnorr von Carolsfeld, nur fehlt die weiträumige Landschaft; statt dessen gehen nackte Putten vor dem Zuge her, und ein Engel schwebt hinweisend über ihnen, wodurch das pathetische Gebaren zu einer öden Idealität verschlimmbessert ist. Das Abenteuer Abrahams am Hofe des Pharao oder des Abimelech wird gelegentlich in der mittelalterlichen Kunst und später immerhin in der Kleinkunst dargestel't. Wenn man auch das Verhalten des Patriarchen nicht als tadelnswert empfand, so war man doch von der orientalischen Auffassung über derlei Dinge zu entfernt, als dass man darin die Klugheit Abrahams und die Fügsamkeit seines Weibes hätte bewundern können. Die kirchliche Kunst wahrt den Ernst und die dogmatische Ehrfurcht, wo sie den Gegenstand behandelt. Im Ashburnham Pen täte uch ruht Abimelech auf seinem Lager, eine Hand (Gottes) ersehen t über seinem Kopfe; davor in einer Bogenhalle e; scheinen die Königin und Sarah in reicher Kleidung. Daneben sitzt wieder Abimelech und erhebt die Hand wie zum Eide; Abraham zieht mit Sarah und Gefolge davon. Nach dem Malerbuch vom Berge Athos liegt „Pharao auf einem goldenen Bette im Palast, über ihn hält ein Engel ein Schwert und erschreckt ihn, und an einer Seite betet Sarah." Dass aber der Humor und die sittenbildliche Charakteristik auch schon innerhalb des kirchlichen Einflusses zum Durchbruch kommen, lässt sich an der zeitgenössisch charakterisierenden Art erkennen, wie die Kirchenfestspiele diese Dinge behandeln.1) In den graphischen Künsten ') So spricht Loth in einem der französischen Mysterien vor der Reise nach Aegypten galant die Warnung aus: Ung dangier y a seullement Que aueun Egipcien infame Ne vueille ravyr vostre femme, Ma tante, qui est jeune et belle. Echt gallisch ist es, wenn Abraham zum Schlüsse seine Frau fragt Ür sa, Sana, ma doulce amye, Que t. SCHIRMER. BERLIN, NATIONAL-GALLERIE. Abrahams Bitte für Sodom und Gomorrha. ..'-»>■* ~ T-/'"- ■ vrJ:.':: M '; :} ' ..'./•• -fe >' '<\ V" '■*?•( ) V '..M j M & ■äf.- ' tf 4C£¥ JliV mMw ■J ' ip V ^J/hr^v^ " SCHIRM ER. BERLIN, NATIONAL-GALLERIE. Die Flucht Lots.

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