Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Die Purimfeier in historischer Beleuchtung
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 177 - 178 (sequence 4)
- Language
- German
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177 Dr. Max Steif: Die Purimfeier in historischer Beleuchtung. 178 REMBRANDT. EREMITAGE. PETERSBURG. Haman in Ungnade. die sonst verpönt waren, erlaubt. Bevorzugt war das Spiel Gerade und Ungerade, das Ball-, Kegel- und Nussspiel.1) Sogar der Tanz wurde am Purim gestattet, wenn auch mit der Einschränkung, dass hierbei eine Sonderung der Geschlechter einzutreten habe, ein Verbot, das jedoch bei den jungen Leuten gewöhnlich wenig Beachtung fand, mochten hervorragende talmudische Autoritäten noch so sehr gegen diese angebliche Unsitte auftreten.!) Vgl. Berliner, Aus d. Leben d. deutschen Juden im Mittelalter. Was aber dem Purimfeste erst seinen eigentlichen, lustig übermütigen Charakter verlieh, das war eine Art Karnevaltreiben unter den verschiedenartigsten Verkleidungen, wobei selbstverständlich der Phantasie der einzelnen der weiteste Spielraum gewährt wurde. Während es sonst gemäss einem biblischen Verbot für unziemlich galt, Frauenkleider anzulegen, drückte man heute ein Auge zu, wenn auch manch überfrommer Sinn auch hier seine Bedenken geltend machte (vgl. Das kleine Buch der Frommen, verfasst im 15. Jahrhundert). In solchem Mummenschanz ist