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Ost und West · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 157 - 158

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition
Date
1905-03-01
Page
Seite 157 - 158 (sequence 4)
Language
German
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157 Prof. Dr. O. Warburg: Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition. 15S jYfombasa, B-£- ß/rica,; Sßwahili Qamblers\ \ i T xt \i i J 1 Gruppe, und hat einen sehr interessanten Bericht darüber geschrieben, der sich momentan im Druck befindet und teilweise auch in der Zeitschrift „Altneuland" veröffentlicht wird. Die drei Mitglieder der Expedition trafen sicri in Basel und fuhren von dort nach Triest, von wo dann am 28. Dezember die Expedition auf dem Dampfer „Afrika" des Oesterreichischen Lloyd abging. Am 2. Januar fuhr das Schiff bei Port Said in den Suezkanal ein und kam am 13. Januar in Mombasa an, dem jetzt schon recht stattlichen Hafen Britisch-Ostatrikas. Von dort begab sich die Expedition schon am nächsten Tage per Eisenbahn nach Nairobi, der 5500 Fuss über dem Meere in gesunder Gegend gelegenen, für tropische Verhältnisse merkwürdig schnell wachsenden Hauptstadt der .Kolonie, wo dem Gouverneur ein Besuch abgestattet und die Ausrüstung vervollständigt wurde. Interessant ist, dass dort schon einige Juden (etwa 7 Familien) angetroffen wurden, meist Russen, die sich, von Transvaal kommend, daselbst als Farmer niedergelassen hatten; sie waren voller Hoffnung und freuten sich auf die Aussicht, dass sich eventuell dort weitere jüdische Familien ansiedeln würden. In der, Nairobi benachbarten, fruchtbaren Landschaft Kikuyu sollen sich übrigens schon zahlreiche Farmer, meistens Engländer, ansässig gemacht haben; man spricht von 400 Farmern, jedoch haben viele das Land schon wieder verlassen, weil sie bemerkten, dass sie für ihre Produkte nicht genügend Absatz finden würden, da der Lokalkonsum natürlich gering ist und der Kartoffelexport nach Natal, auf den man viel Hoffnung gesetzt und den die Regierung durch Gruss aus Nakuru, der letzten Station vor dem Einmarsch in das zu erforschende Land. billige Tarife kräftig unterstützt hatte, sich doch als ein Fehlschlag erwies. Natürlich ist dies durchaus kein Beweis, dass sich für Kikuyu, welches Gebiet sich für Ackerbau entschieden besser eignet als „the promised land" bei Nandi, nicht mit der Zeit für den Export, passende Feldfrüchte werden finden lassen, da doch alle europäischen Getreidearten, sowohl Mais und Weizen, ferner Bohnen, Gemüse etc. gut gedeihen; es mag aber denjenigen als Warnung dienen, die etwa der Ansicht sein sollten, dass, wenn nur das Land gut ist, man sofort mit einer grösseren Kolonisation beginnen könne. Am 22. Januar befand sich die Expedition in Nakuru, der letzten etwa 6000 englische Fuss über dem Meere gelegenen Eisenbahnstation in dem grossen zentralafrikanischen Graben, von wo aus die Eisenbahn dann im Zickzack die Abhänge des Mauplateaus weitere 2000 Fuss in die Höhe steigt, um dann wieder ca. 500 Fuss bis zur Londiani-Station, dem Ausgangspunkt der Erkundung des Landes, herabzusteigen. Da die Expedition zu ihren weiteren Vorbereitungen auch noch einige Tage brauchte, so ist anzunehmen, dass sie erst Ende Januar, also etwa einen Monat nach der Abreise von Triest, an ihre eigentliche Aufgabe herantrat, so dass sie sich etwa 6 Wochen in dem in Betracht kommenden Gebiet aufhielt. Mag dies auch eine etwas kurze

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