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Ost und West · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 153 - 154

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition
Date
1905-03-01
Page
Seite 153 - 154 (sequence 2)
Language
German
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153 Prof. Dr. O. Warburg: Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition. 154 Wirtschaft auch rentabel sein wird, das hängt erstens von den Witterungsverhältnissen ab, von der Häufigkeit von Hagel, Frösten, Platzregen, Dürren, und zweitens von den Kosten des Transportes, die sicherlich nicht gering sein werden, da die Station Londiani. der für die Aufschliessung des Landes beste und gleichzeitig küstennächste Punkt der Eisenbahn, nicht weniger als 500 englische Meilen von Mombasa entfernt liegt. Selbst für den Fall, dass man mit der Eisenbahnverwaltung günstige und langfristige Kontrakte würde abschliessen können, so müsste man doch, da man vorläufig die für die speziellen klimatischen Bedingungen des Territoriums passenden Feldfrüchte nicht kennt, erst langjährige Versuche machen, bevor man an eine Kolonisation im grösseren Stile denken könnte. Anders liegen die Verhältnisse für die Viehzucht. Da das Vieh sich ev. selbst zur Küste oder wenigstens bis zu den an Tsetsefliegen und Texasfieber reichen Niederungen hinbewegt, so wird die Transportfrage wenig Schwierigkeit machen, und dass das Vieh in den Höhenlagen des inneren Afrika gut gedeiht, beweisen die Resultate der Eingeborenen sowie auch das Vorkommen von Antilopenherden, Wildbüffeln etc. Auch zeigen die Expertisen der sicherlich viehkundigen Pioniere der Buren in den benachbarten Gebieten Deutsch-Ostafrikas, die — etwa 14 an der Zahl — jetzt ihre Familien haben nachkommen lassen und demnächst einen grossen „Trek" aus Südafrika dorthin engagieren wollen — man spricht von 1000 Familien —, dass die innerafrikanischen Hochländer auch in den Tropen ein günstiges Viehzuchtgebiet für den weissen Mann darstellen. Es folgt also, dass — soweit sich schon jetzt übersehen lässt — das Angebot der britischen Ärric.r;.i.ii!(0:s!jncts) frfoyi to*94<fty* /46k? v,n}J<\XZ™££?}- /%*HfZ>n+yL fest* h+r ,>^/zrT^^*^ ibii/Zt^. ',;.l,'';;'l„';;.,.ur/!?7faV%w~/h,'y/l 'sr* *yp4 '.! <w -., . I ^W*^-v <^ fö*AtprTjfl. 7font*4t*-s*ys fo^y^'P' föi4t~ 4s6*~, >■£ <?z^/t Stv>~ ^h^yt^fu?^u l%l**it>~ ■ Der Dampfer „Afrika" des Oesterreichischen Lloyd. 3 Suez-Kanal, Bureau-Gebäude der Kanal-Gesellschaft. Regierung zwar nicht wertlos ist, dass es sich aber durchaus nicht dazu eignet, als Nachtasyl auf dem Wege gen Zion, oder als Hilfsaktion zur Linderung der momentanen Judennot zu dienen. Im besten, aber unwahrscheinlichen, Fall lässt sich das angebotene Gebiet durch langwierige Vorarbeiten mit der Zeit dazu herrichten, einen nicht unbedeutenden Teil der jüdischen Wanderung aufzunehmen, im ungünstigeren, aber wahrscheinlicheren, Falle hingegen wird sich dort eine kleine Siedelung entwickeln lassen, die für die Grundfragen, welche jetzt die Judenheit bewegen, belanglos ist, immerhin aber dazu beitragen kann, der Judenheit einen Stamm zäher und überall brauchbarer Viehzüchter zu schaffen und der Welt an einem unbestreitbaren und auffälligen Beispiel zu zeigen, dass es möglich ist' die Juden auch unter ungewöhnlichen und erschwerenden Umständen an den landwirtschaftlichen Beruf zu gewöhnen. Selbstverständlich wird man zu einem abschliessenden Urteil erst dann gelangen können, wenn die endgültigen Berichte der Kommission vorliegen, was frühestens in einem Monat der Fall sein kann. Bis jetzt haben wir nur einzelne spärliche Nachrichten über die Hinreise, und die hier beigefügten Abbildungen mögen einige der wichtigsten Etappen dieser Reise erläutern. Die Erkundungs-Expedition besteht aus drei Mitgliedern, von denen zwei auf eine langjährige Tätigkeit als Afrikaforscher zurücksehen. Der Leiter der Kommission ist Major A. St. Gibbons, ein Engländer, der einen grossen Teil seines Lebens in Afrika zugebracht und eine Reihe von Werken über seine Reisen geschrieben hat: besonders bekannt sind seine beiden Bücher: „Reise durch Zentralafrika" und „Durch Afrika von Süd nach Nord".

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