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Ost und West · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 151 - 152

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Einiges über die zionistische Ostafrika-Expedition
Date
1905-03-01
Page
Seite 151 - 152 (sequence 1)
Language
German
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151 152 EINIGES UEBER DIE ZIONISTISCHE OSTAFRIKA-EXPEDITION. Von Prof. Dr, Soeben verbreitet der Telegraph die Nachricht, dass die von den Zionisten ausgesandte Ostafrika- oder Uganda^-Expedition wieder in Mombasa eingetroffen sei und die Rückreise nach Tri est angetreten habe. Die Expedition selbst ist also, wie man annehmen muss, bis zum Schluss günstig verlaufen, nach dem Bericht des Reuterschen Bureaus hat sich ausser einem Angriff von Eingeborenen desWanandi- Stammes auf die Nachhut, der abgeschlagen wurde, nichts Besonderes ereignet; die Hinfahrt verlief schon nach früheren Nachrichten ganz nach Wunsch, nur nahm die Anwerbung der Träger und die Vollendung der Ausrüstung etwas mehr Zeit in Anspruch, als man erwartet hatte. Wenn die telegraphisch übermittelten Nachrichten die Ansicht der Expedition korrekt wiedergeben, so ist das Klima des von der englischen Regierung zur Besiedelung angebotenen Landes gut, jedoch sei es zweifelhaft, ob es sich für landwirtschaftliche Niederlassungen eigne. Diese Ansicht entspricht einigermassen derjenigen, welche die Kenner im allgemeinen auch schon vorher gehabt haben; eine Ausnahme macht speziell Sir H. Johnston, ein vorzüglicher Kenner Afrikas, der gerade dieses Land verschiedentlich in begeisterter Weise als „the white man's country" gepriesen und erst kürzlich sich geäussert hat, dass, wenn die Juden dieses Gebiet erhalten, sie sicherlich dort Ackerbauer werden würden. Alfred Kaiser Mitglied der zionistischen Ostafrika-Expedition. x) Da man im allgemeinen von einer Uganda-Expedition spricht, so sei hierzu bemerkt, dass zwar früher das Nandinnd Guaso-Ngishu-Plateau zum Uganda-Protektorat gehörte, indem der ostafrikanische Graben, das great-rift-valley, die Abgrenzung von der Kolonie British-East-Africa darstellte, und dass das Gebiet daher noch in dem Pracbtwerk von Sil Henry Johnston über Uganda besprochen und abgebildet wird, dass es aber seit einigen Jahren zu British-East-Africa gehört und daher in den neueren Regicrungs-Berichten über diese Kolonie mit besprochen wird. O. Warburg. Nachdruckverboten. Als im Oktoberheft des Jahrganges 1903 dieser Zeitschrift der Altafrikaner Kurt Toeppen seinen lehrreichen Artikel über das Gebiet des projektierten Judenstaates in Ostafrika schrieb, stand es noch nicht fest, welcher Teil der hochgelegenen Ländereien Britisch - Ostafrikas den Juden von der englischen Regierung zur Verfügung gestellt werden würde; später wurde von der englischen Regierung das Nandigebirge und das Guaso-Ngishu-Plateau bis zum Mt. Elgon hierfür ausersehen, ein Land, nach Johnston, etwa so gross wie Wales, wahrscheinlich aber doch beträchtlich kleiner, d. h. wohl nur etwa halb so gross wie Palästina oder noch kleiner, ca. 13000—15000 qkm umfassend, im ersteren Falle also so gross wie Mecklenburg- Schwerin, in letzterem Falle so gross wie das Königreich Sachsen. Würde es sich wirklich um ein Land handeln, das für Ackerbau geeignet ist, so wäre es wohl imstande, die gleiche Bevölkerung wie Mecklenburg zu ernähren, d. h. etwa 600 000 Seelen, ohne ev. möglichen Industrien Rechnung zu tragen. Ist es hingegen, was wahrscheinlicher ist, im wesentlichen nur ein Land für Viehzucht, so wird es nur etwa 1300—1500 Familien von Viehzüchtern ernähren, also inkl. Knechte, Handwerker, Bewohner der Landstädte etc., aber ohne Industrie, etwa 20000—30000 Menschen beherbergen können. In diesem Falle wäre es mit den südafrikanischen Viehzuchtgebieten zu vergleichen, d. h. es entspräche etwa dem früheren Oranjefreistaat oder Transvaal vor Entdeckung der Minenschätze, denn auf solche wird man in Nandi und Guaso-Ngishu bei der vulkanischen Decke, die das Land zum grössten Teile überzieht, wohl kaum rechnen können. Aber selbst, falls sich das Gebiet, resp. ein grösserer Teil desselben, in bezug auf die Bodenverhältnisse für Ackerbau eignen sollte, so ist damit durchaus noch nicht gesagt, dass die Land-

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