Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 23 (1923)
- Issue
- Heft 3-4 (März-April 1923)
- Article
- Philosophie des Pogroms
- Date
- 1923-03-01
- Page
- Seite 69 - 70 (sequence 6)
- Language
- German
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69 Philosophie des Pogroms 70 die von der positivistischen Philosophie August Comtes in Anlehung an Saint-Simon durchgeführte Anwendung der naturwissenschaftlichen Methode auf die Geschichte hat Hermann Cohen protestiert: dadurch werde die Geschichte in die Natur „nivelliert". Zu erwähnen ist noch folgendes: Alle Verteidiger des Privateigentums gegen den Sozialismus — und hier stehen die Nationalen und Konservativen in der vordersten Reihe — versichern, wer das Privateigentum antaste, zerstöre die Grundlagen aller höheren Kultur, als da sind: Familie, Sitte, Religion, Idealismus, er vernichte also die heiligsten Güter der Menschheit. Die heiligsten Güter der Menschheit werden von etwas so grob Materiellem wie der Besitz eines Stück Bodens oder eines Bankkontos in eine so tiefe Abhängigkeit gebracht, daß, wer letzteres aufhebt, zugleich jene, die heiligsten! Güter nämlich, vernichtet. Hier haben wir ein Stück des allergröbsten historischen Materialismus, aber diesmal ist es offenbar nicht ein korruptiver, jüdischer Gedankengang . . . Eines aber ist besonders bemerkenswert: Seit mehr als hundert Jahren .'haben wir eine jüdische Geschichtsforschung im modernen Sinne des Wortes. Alle Epochen der jüdischen Geschichte werden durchforscht und zum Teil in groß angelegten Werken dargestellt. Aber die Wirtschaftsgeschichte wurde bis vor kurzem nirgends berücksichtigt, sehr zum Schaden der historischen Erkenntnis. Immer war es die Entwicklung des rein Geistigen, der Kampf der Ideen, der unsere Forscher interessierte. Nur hier und da in der Geschichte des Mittelalters, wo es in vielen Fällen kraß auf der Hand lag, daß z. B. die Judenpolitik der Fürsten von habgierigen Motiven geleitet wurde, haben vereinzelte Forscher darauf hingewiesen. Als Abraham Geiger fast um dieselbe Zeit, da Karl Marx seinen historischen Materialismus endgültig formulierte, den Kampf zwischen den Pharisäern und Sadduzäern als einen Kampf zwischen zwei politischen Parteirichtungen darstellte (das wirtschaftliche Moment zu berücksichtigen lag auch ihm vollständig fern), erregte [dies großes Befremden und wirkte auf die Zeitigenossen fast wie eine Profanation. In der Geschichte konnten nur erhabene Kräfte, rein geistige Mächte wirken, nicht aber irdische Bestrebungen, wie sie die politischen Parteien verkörpern. Es waren zuerst nichtjüdische Forscher (vor allem Roscher), die das wirtschaftliche Moment der jüdischen Geschichte des Mittelalters in den Vordergrund rückten. Erst in der neuesten Zeit hat man auch von jüdischer Seite angefangen, die Wirtschaftsgeschichte der Juden zu erforschen. So fern lag den Juden dieser korruptive jüdische Gedankengang. — Blüher weist noch mehrere korruptive Gedankengänge nach, mittels deren der Jude seine Wirtsvölker in den Abgrund des Verderbens reißt. Glücklicherweise hat Blüher auch schon ein Mittel dagegen gefunden. Wir werden es bald kennen lernen. Aber vorher müssen wir noch einen kurzen Abstecher in seine Substanz machen. SECESSIO JUDAEO. Lang ist das Sündenregister Judas. Juda hat 'unter anderem auch den Begriff der Menschheit gefälscht. Allerdings, Juda hat den Begriff der Menschheit zuerst in die Welt gesetzt: in der biblischen Erzählung von der gemeinsamen Abstammung des Menschengeschlechtes und in der Völkertafel der Genesis. Aber damit nicht genug, redeten die Juden dieser Menschheit ein, „daß sie gemeinsame Interessen habe". -„Das wahre Interesse Frankreichs, so muß der Sozialist (natürlich nur eine Kreatur des Juden) sagen, ist der mög1lichst gleiche Genuß der Kulturgüter durch das ganze Volk." Nun sagt das der Jude gar nicht, er sagt bloß, der möglichst gleiche ^Genuß der1 Kulturgüter durch die ganze Nation ist das beste Mittel, um alle in dieser schlummernden Kräfte wachzurufen zur Mitarbeit an der Verwirklichung des menschlich-göttlichen Ideals auf Erden. Maimuni zum Beispiel, dieser große Realist, lehrt, es sei heilige Pflicht des Menschen, seine Gesundheit zu pflegen, :damit er ein kostbares Gut einzusetzen, habe im Kampf um das .höchste Gut. Das messianische Zeitalter wird nach seiner Ansicht dadurch ausgezeichnet sein, daß die Menschen, frei von allen irdischen Plagen und jeglicher Bedrückung — also in gleichmäßigem Genuß aller Kulturgüter — sich ungehindert dem Dienste des Ideals werden hingeben können. Blüher dagegen versichert: „Das wahre Interesse Frankreichs wie jedes Geschichtsvolkes ist, sein Schicksal zu erfüllen." Aber was ist sein Schicksal? „Die militärische Hegemonie in Europa zu haben." Kennt wirklich kein Franzose ein höheres Ziel? Hans Blüher versichert: „Kein Franzose, der der Idee La France folgt, kann anders gesonnen sein. Und so ist auch das wahre Interesse Deutschlands nicht der gleichmäßige Genuß der Kulturgüter, sondern: sein Schicksal zu erfüllen." Was das Schicksal Deutschlands ist, verrät uns der Verfasser nicht — aber man kann danach ermessen, welches Unheil die Juden über Deutschland gebracht, indem sie die Idee der Menschheit gefälscht und überdies die Idee des Sozialismus in die Welt gesetzt haben. „Aber, wird man einwenden, wie^ kommt es, daß die größten und leidenschaftlichsten Attacken gegen den proletarischen - Sozia-