Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 4 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 833 - 834 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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833 Dr. J. Thon: Ein Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste. 834 zuerkannte, auch nicht die guten Referenzen unseren Feinden zum Trotz wollen wir an ihnen haben, aber selbstverständlich ist uns jeder Freund überaus willkommen, den schönheitsempfänglicher, heldenmütiger Sinn uns zuführt. Wir wollen es ihnen auch im übrigen nicht vergessen, dass sie selbst an unserem Schicksale unbeteiligt zu unserer Fahne sich melden. Wir sind auch nicht unzufrieden darüber, dass sie unseren Brüdern jene herben Wahrheiten ins Gesicht schleudern, die sie aus unserem Munde nicht hörenwollen. Sie pflegen doch das Urteil „jener" mehr zu würdiget! als das unserige; am Ende hat es sogar Erfolg! Einen solcheniremden Freund treffen wir schon zum zweiten Mal in Liliens Gesellschaft. Das erste Mal traf er, der jüdische Künstler, der Zionist, den fremden Dichter, den der gegenwärtige Verfall Judas dauerte und der heldenmütig, an die Zeit der Freiheit und der Grösse dieses Stammes, denkend ihm zurief: „Geächtet Volk, ich zeige dir die Stege, Aus Hass und Hohn zu deiner Jugend Glück, Verlorner Stamm, ich weise dir die Wege, Und deiner Wege Losung heisst: Zurück!" Sie trafen zusammen und gaben uns gemeinsam zur Erinnerung an die besseren Zeiten, zur Erbauung das schöne Juda . . . Jetzt kam der Schriftsteller Regener zum Zeichner Lilien, um einen Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste zu liefern.1) Als er aber in die Seele dieser Zeichnungen tiefer hineinblickte, da sah er die Quelle, aus der sie entstanden. Es war die Sehnsucht eines Volkes. Dieses Volk begann ihn zu interessieren. Es genügte ihm nicht mehr die Kenntnis des Judentums, wie sie ihn „Erziehung und Umgebung" gelehrt hatten, und er machte sich mit den Schicksalen und heissen Wünschen diesesVolkes vertraut.Und er, der als „Judenhasser" gekommen war, lernte es näher kennen und achten; er E. M. Lilien. *) E.M.Lilien, Ein Beitrag zur Geschichte der zeichn enden Künste von Dr. Edg. Alf. Regener. F. A. Lattmann, Verlag, Goslar.