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Ost und West · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 835 - 836

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Ein Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste
Date
1904-12-01
Page
Seite 835 - 836 (sequence 3)
Language
German
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835 Dr. J. Thon: Ein Beitrag zur Geschichte der zeichnenden Künste. 836 wusste jetzt, Mauscheltum und Judentum auseinander zu halten; war voll Verehrung und Anerkennung für der Zionisten ungekrönten König und die Zionisten. Er musste nun mehr als einen Beitrag der zeichnenden Künste schreiben. o Wie Münchhausen in Gedichten, gab er in schönen Prosa- _____________'__ worten seinen warmen Gefühlen fürs Judentum ergreifenden Ausdruck. Regeners Arbeit ist weit mehr als eine Monographie über Lilien. Man erkennt sein redliches Bemühen, ein Ganzes in sich aufzunehmen, alles nachzuempfinden und so es uns wiederzugeben. Es werden daher ni cht nur die bisherigen Leistungen Liliens erschöpfend behandelt, fast nicht eine einzige Zeichnung unerwähnt gelassen, sondern auch der Hintergrund, von dem aus Lilien als Individualität emporwächst, in ausführlichen Umrissen entworfen: die modernen Kunstbestrebungen, mit denen Lilien's Schaffen im Zusammenhang bleibt, ferner die Bedingungen für dasselbe im gegenwärtigen, wie in der Geschichte des vergangenen Judentums. So findet er denn die Keime jüdischer Kunst, die Lilien beruhigt entfaltet, in den engen Judengassen deutscher Mi! E. M. LILIEN. mittelalterlicher Städte. Wir wissen es ja: die Synagoge und das Buch waren die einzigen Zufluchtstätten für den Juden. So flohen auch die wenigen helleren Strahlen einer jüdischen Kunst die Oeffentlichkeit und versteckten sich in das Buch oder zogen sich zurück in den engen Familienkreis, sobald dieser am Festtage versammelt war. Es gehörte ein feines Mitempfinden dazu, dieses Moment herauszufinden, und es drückt sich Zartheit in der Art der Schilderung aus. Wir sind gewöhnt, an ganz andere Bücher zu denken, die von Geschlecht zu Geschlecht übergingen und von Geschlecht zu Geschlecht wuchsen. Wir sehen vor uns merkwürdigernste, weltfremde, schmucklose, trocken - nüchterne Folianten. Es berührt uns daher eigentümlich, wenn uns Regener von diesen geschmückten Büchern erzählt, die durch Jahrhunderte wanderten. Es mutet uns wie ein angenehmes Lächeln an, für das wir Dank empfinden. So sei denn auch dieses schöne Geschenk eines neuen guten Freundes in unserer Mitte herzlich willkommen! " LdBRJS WINZ. BERLIN. Ex libris Leo Winz. E. M. Lilien. Ein Beitrag zur Gesch. d. zeichnenden Künste von Dr. Edg. Alf. Regener. — F. A. Lottinann Verlag, Goslar.)

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