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Ost und West · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. Seite 737 - 738

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
Date
1904-11-01
Page
Seite 737 - 738 (sequence 4)
Language
German
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737 Dr. Ludwig Levy: Das Jüdisch-theologische Seminar zu Breslau. 738 Seminar-Rabbiner Dr. J. Lewy. Dr. M. Brann. Dr. S. Horovitz. Die derzeitigen Dozenten am Seminar zu Breslau. sich selbst, dies ist der Kreis, in welchem die Bestrebungen sich bewegen müssen, und gemässigte Reform muss die Losung der Gegenwart und der Zukunft sein." „Nicht im Einreissen, sondern im Aufbauen besteht die Reform." In engem Zusammenhang mit diesen Grundsätzen stand seine wissenschaftliche Lebensarbeit. Er verfolgte die Entwicklung der religiösen Ideen und der die religiöse Praxis bestimmenden Normen in der reichhaltigen palästinensischen und hellenistischen Literatur, die beinahe ein Jahrtausend des jüdischen Volkslebens umspannt. Die grundlegenden Werke, die Frankel auf diesem Gebiete schuf, heben ihn in die Reihe unserer Grössten und Besten. Die Unterhandlungen des Kuratoriums mit Frankel führten zum Ziele. Das Amt war für ihn und er für das Amt geschaffen. Sein Organisationsplan fand allgemein Billigung, die Wahl der Lehrer blieb Frankel überlassen. Der erste, den Frankel zum Mitarbeiter berief, war Heinrich Graetz, der heute den weitesten Kreisenbekannte Historiker des jüdischen Volkes. In den ersten beiden Jahrzehnten seiner Lehrtätigkeit am t . ,VM s> •■«! v. ~H _j :v >K ■ 1 - i^i-.^. v * V ' r' ' V-'- *&Z**->v** " ifSSSSSr .i -_ '- ". -xx -"V«..? " .', \^k^- J •;,- *'</r * ' - H' *•-:<*) >:•>•• - '••-''!:;. "7 '• '"V,;,. >. ' ' V . .'• •'; r-v.;_|_. { ' i ^i--:-k:^^'; ' : ->".C*V-"Vi II. 1 V i - -. -v .••^.^^:J?y:v;.fi . J i \ \\: - ^Tf. j ' :.. " ,'.! x Hb H :( * BBHHH§ i i. hl! £ =F: h ^■ffcb^^r - ■■. -i - Ä Iii? J. L : •V Ar J i;:! | F'jl: \: ■ rf-' . sä . J, . -.: Jüdisch-theologisches Seminar (Garteufront). Breslauer Seminar veröffentlichte er seine epochemachende „Geschichte der Juden". Sein erstaunlicher Scharfblick, der noch in den lückenhaftesten, legendären Berichten den historischen Kern traf, seine reiche Kombinationsgabe, die die entlegensten jüdischen und nichtjüdischen Quellen konfrontierte und auf ihre Identität prüfte, seine schöpferische Phantasie, die die wechselnden Schicksale seines Volkes nachlebte, all diese Vorzüge, verbunden mit umfassendem Wissen und einer unermüdlichen Arbeitskraft, befähigten Graetz, die Geschichte des Volkes, das er leidenschaftlich liebte, in einem grossen von einer Tendenz durchzogenen Werke darzustellen. Einzelne allzu kühne Hypothesen und selbst offenkundige Missgriffe vermögen das Verdienst der grossartigen Gesamtleistung nicht zu beeinträchtigen. Dem Lehrerkollegium fehlte noch ein klassischer Philologe zur Leitung der Gymnasialabteilung, die bis zum Jahre 1887 dem Seminar angegliedert war. Man fand die geeignete Lehrkraft in Dr. Jacob Bernays, der damals Privatdozent an der Bonner Universität war. Bernays vereinigte mit einem reichen jüdischen Wissen eine tiefe,

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