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Ost und West · 1904-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1904) · p. Seite 527 - 528

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1904)
Article
Herzl ....... und weiter!
Date
1904-08-01
Page
Seite 527 - 528 (sequence 3)
Language
German
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527 Dr. M. Gasten Herzl und weiter. 528 Führers erfuhr, dass er ebenso tief wie wir das Hereinziehen dieser „unglückseligen Frage von Ostafrika" (seine eigenen Worte) tief bedauert hat und dass er im innersten Herzen mit denjenigen sympathisierte, welche energisch dagegen protestiert hatten. Mit Herzl beklagen wir es alle, dass diese Frage je vor einen Zionisten-Kongress gebracht wurde, und noch mehr, dass mit dem Volke darin gesündigt wurde, indem die Tatsachen nicht so erzählt wurden und noch erzählt werden, wie sie sich jetzt allmählich herausstellen. Im Lager ist nun alles verschoben. Der Enthusiasmus, welcher nur für die wiedererlangte Heimat im Lande der Väter erweckt werden konnte, ist im Verschwinden begriffen, und das Ideal, mit welchem Herzl das Volk begeistert hatte, ist in den Hintergrund gerückt worden. So kann und darf es aber nicht weiter gehen. Und wenn wir fragen: Was weiter? So kann die erste Antwort nur die sein: Nicht dieser Zustand weiter! Nicht so weiter! Nicht mit gespaltenem Lager, nicht mit sich anfeindenden Parteien, nicht mit neuen Abenteuern, nicht mit Experimenten unsicherer Art, und vor allem, nicht mit dem Verlassen von dem gemeinsamen Boden, auf welchem wir uns gefunden haben, und auf welchem alle Richtungen im Judentume sich vereinigen konnten. Was weiter? Alles, was mit Palästina zusammenhängt. Alles, welches den letzten Wunsch Herzls erfüllt und uns dem heiligen Lande näher bringt. Nichts, was uns trennt. Alles, was uns einigt, muss angestrebt werden. Wie Spreu vor dem Winde muss das Ostafrika-Projekt von der Oberfläche des Zionismus weggefegt werden. Die zerrissenen oder lose hängenden Fäden müssen wieder aufgegriffen und womöglich wieder aneinander gebunden werden, die gestörte Einigkeit in Absicht und Ziel muss wieder hergestellt werden, und Riegel jedem Unternehmen vorgeschoben werden, durch welches wiederum eine Ablenkung von der richtigen Bahn drohen würde. Die störenden Elemente müssen lernen, sich in das allwaltende Prinzip zu fügen, und separatistische Tendenzen müssen unmöglich gemacht werden. Wir müssen dessen eingedenk sein, dass im Zionismus es sich nicht nur um die körperliche Befreiung der Massen handelt, sondern zunächst und vielmehr um die geistige Befreiung von dem Drucke der Jahrhunderte und von dem Ghettogeiste, welcher sogar vom Schachern mit Ideale nicht zurückschreckt. Der G ei st muss gebannt werden, welcher im Momente, wo sich eine Schwierigkeit dem Unternehmen bietet, leichten Herzens darauf verzichtet und sich mit etwas Minderwertigem, aber leichter zu Erreichendem abfindet. Die von Herzl vorgezeichnete Linie, die in dem Baseler Programme formuliert ist, muss unentwegt eingehalten werden, wenn der höhere nunmehr verklärte Gedankeim Zionismus weiter leben und wirken soll. Nur Palästina und Zion allein, können das Schlagwort bleiben, weil sie allein unserem Hoffen und Wünschen entsprechen und mit zauberhafter Macht auf die Gemüter wirken und die Massen zur Selbstemanzipation begeistern können. Nur dieses Ziel kann sie zur Opferfreudigkeit leiten und ihnen den endgültigen Sieg verleihen. Die Notwendigkeit, mit aller Schärfe wieder den alten Standpunkt behaupten zu müssen, ist ein Beweis dafür, wie sehr die Richtungen im Zionismus auseinander gehen, und wie weit wir von der ursprünglichen Richtung abgestossen worden sind. Wir wandeln jetzt nicht alle auf einem Wege. Manche gehen ihren eigenen Weg, und andere gehen auf krummen Pfaden, sich oder andere täuschend, wenn sie behaupten, sie seien auf dem Wege nach Jerusalem. Diesem Zwiespalt und dieser Ungewissheit muss ein Ende bereitet werden. Es gibt nur einen Weg, den Zionisten einschlagen dürfen, und zwar: den direkten Weg, der nach dem heiligen Lande führt. Nicht auf Umwegen und nicht durch Schliche und Ränke kann und darf man dieses Ziel erreichen. Darüber müssen wir uns einig werden, und daran muss mit eiserner Konsequenz festgehalten werden, wenn nicht alles in Splitter auseinanderstieben soll. Für uns jetzt ist nun die Zeit der Sammlung gekommen. Von Initiative und einleitender Tätigkeit auf irgend einem Gebiete muss unbedingt abgesehen werden. Darauf muss, man für den Augenblick verzichten. Es muss erst der Heerbann wieder hergestellt werden und Muster gehalten über die Scharen, die sich noch mit Begeisterung und Hoffnung um das Banner des Zionismus sammeln, um Heeresfolge zu leisten. Was weiter? Hesse sich am besten mit einer Negative beantworten. Nichts weiter! Auf der Stelle, wo uns der Führer verlassen hat, für den Augenblick stehen bleiben und Umblick und Rückblick halten über die Umstände, wie sie sich im Laufe der letzten Jahre gestaltet, und über die Lage der Dinge, wie sie gegenwärtig vorliegen. Das ist das Gefühl, das ich in diesem Momente habe, als

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