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Ost und West · 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 453 - 454

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 7 (Juli 1904)
Article
Der Bildhauer Naum Aronson
Date
1904-07-01
Page
Seite 453 - 454 (sequence 3)
Language
German
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453 Julius Levin: Der Bildhauer Naum Aronson, 454 NAUM ARONSON. Knabenbüste (Gyps) zum Bronzeguss bestimmt, die besten dortigen Privatsammler besitzen welche, besonders Geheimrat Molin ari, die Professoren Ladenburg, Wendelstadt, Neisser, Mikulicz u. a. Was die Kunst Aronsons vor allen Dingen interessant macht, ist ihrefreieEntwickelung. Unter ,frei4 verstehe ich die Unabhängigkeit vom reinen Schulzwange, dem sich allerdings nur wenige ohne Nachteil entzogen haben. Sein eigener Lehrer und Zögling zu sein, ist nur ganz selten möglich, ohne Schwächen zu zeitigen, an denen die Autodidakten meist unheilbar kranken. Aronson hat es fertig bekommen, diese Schwächen zu überwinden, wenn überhaupt er je von ihnen befallen war. Er hat die Laufbahn durchgemacht, die diejenige der alten braven Meister war, jener Künstler, die vom Handwerke ausgingen und von ihm die beste künstlerische Erziehung empfingen. Diese vortreffliche Methode, die von den besten Kunstgewerblern unserer Zeit, van de Velde vor allen, gepriesen wird, und der in der Tat nicht zuletzt die künstlerische Entwickelung der alten Meister zu danken ist, war für Aronson unter den schweren Verhältnissen , unter denen er leben musste, die einzig mögliche. Und er hatte genug gesunden Menschenverstand, um sie nicht alsbald einer Tagesmode zu opfern und, als seine Verhältnisse es ihm gestattet hätten, „Meisterschüler" zu werden. Das,, Handwerk" lernte er im Handwerk, und .'Tjf^g^^ '&'T?\Z**?.:. ■ ' ■■ ' ■•" " vsW*' ' :T:^ Si&ifä NAUM ARONSON. Alte Frau (Gyps). NAUM ARONSON. Studie zu Relief in des weiteren Hess er die Natur über sich wachen, die ihn gut leitete. Sie leitete ihn vor allen Dingen zu der grössten Gewissenhaftigkeit ihm selbst gegenüber, bei der Ausführung seinerArbeiten, und zum verständnisvollen Studium des Vorhandenen, aus dem der Künstler auszusondern lernte, was für ihn Wert hatte und was nicht. Der russisch-jüdische Boden, aus dem Aronsons Kunstdrang hervorschoss wie eine verwehte Pflanze, konnte ihm keinen rechten Nahrungsstoff geben, wenigstens keinen erzieherischen. Der Künstler suchte diesen in Paris. Sich von irgendwelcher sogenannten Richtung freihaltend, erblickte er das Wesen des Plastischen in der Greifbarkeit des Gegenstandes und in einer der Wahrheit zunächst kommenden Wahrscheinlichkeit der Darstellung, die ihr höchstes Gesetz in der Linie sieht. Das „Dunstige", das eine offenbar ganz vorübergehende Mode gewisser, mit der Form auf dem _ Kriegsfusse lebender Bildhauer ist und eigentlich als „formlos" bezeichnet werden müsste, hat ihn nie weiter gereizt, als es derNatur des darzutellenden Gegenstandes entsprach. Selbst der gewaltigen Autorität Rodins, des Mannes, der die heutige französische Plastik fast ohne Nebenbuhler beherrscht, ist Aronson nicht erlegen. Die Tatsachen haben übrigens gelehrt, DER TRAUM. dassRodin selbst sehr vieles, Marmor (ausgeführt). das an sich sehr grossartig ägh Vi r?4 I f 4.

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