Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 4 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Astralbilder im poetischen Schrifttum des Alten Testamentes
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 37 - 38 (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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37 Prof. Dr. theol. et phil. Aug. Wünsche: Die Astralbilder im poetischen Schrifttum des Alten Testaments. 38 Liecle Bileams ein schönes Bild für das Hervortreten eines siegreichen Helden. Es tritt auf ein Stern aus Jakob, Und es erhebt sich ein Szepter aus Israel.*) Vom "Wesen und der Natur des kosmischen Lichtes haben die Israeliten selbstverständlich keine klare Vorstellung gehabt. Der erste Schöpfungsbericht bezeichnet die Entstehung des Lichtes als einen Schöpferakt Gottes und es steht an der Spitze im Hexahemeron, um anzudeuten, dass es die Grundbedingung alles physischen Lebens ist. Wie rätselhaft das Licht den Israeliten als *) Bei Homer wird Hektor mit seinen schimmernden Waffen einem Sterne verglichen, der aus dem Gewölk hervortritt, verschwindet und wieder erscheint. So wie aus Nachtgewölk ein Stern zum Verderben hervorblickt, Strahlenhell, dann wieder sich taucht in schattende Wolken: Also erschien auch Hektor, anjetzt bei den Vordersten wandelnd, Jetzo im äussersten Zug, und ordnete. (Jl. 11, 62-65.) feine, flüssige Materie war, erhellt schon aus der Frage,, die Jahve dem Hiob zur Beantwortung vorlegt: Wo ist der Weg, wo wohnet das Licht, Und die Finsternis, wo ist ihr Ort, Dass du sie brächtest zu ihrer Grenze, Und dass du kanntest die Pfade zu ihrem Hause? (Hi. 38, 19.) Wegen seiner blendenden Reinheit und der Schönheit seines Glanzes sah man in dem Lichte das Kleid,, in das Jahve sich hüllt (Ps. 104, 2), und wegen seiner die Finsternis durchdringenden und alles erhellenden Kraft galt die göttliche Weisheit als ein Abglanz desselben (Buch der Weisheit 7, 26). Im metaphorischen Sprachgebrauche wird das Licht sowohl in intellektueller wie in ethischer Hinsicht verwendet. In ersterer Beziehung bezeichnet es die in das Dunkel dringende menschliche Erkenntnis, in letzterer die sittliche Reinheit und Lauterkeit der Gesinnung und des Handelns. Die entzückende Schönheit, sowie die erfreuende und erheiternde Wirkung macht das Licht zum Symbole des Glücks, der Huld und des Lebens (vergl. Prov. 16, 15; Ps. 13, 4; 56, 14; 58, 9; Hi. 3, 16. 20). Als Vergleich kommt das Licht nur an wenigen