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Ost und West · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 27 - 28

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Bedeutung des Einschlages jüdischer Elemente für Deutschlands Wirtschaftsleben
Date
1904-01-01
Page
Seite 27 - 28 (sequence 3)
Language
German
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27 Prof. Dr. Werner Sombart: Die Bedeutung des Einschlages jüdischer Elemente für Deutschlands Wirtschaftsleben. 28 wir zu unserem Heil und zu unserer Ruhe fordern, zu erlangen, bedürfen wir keiner anderen Grundsätze, als allein, dass wir das beherzigen, was zu unserem eigenen Vorteil gereicht." Wenn wir so viel Juden mit gerade entgegengesetzter Denkweise finden, mit einem, fast kann man sagen, überspannt altruistischen Sinne, einer rigorosen Selbstlosigkeit und einem zelotischen Eifer gegen alles eigensüchtige Wesen, so dürfen wir gerade aus diesen Reaktionserscheinungen auf die Existenz des gekennzeichneten Nationalcharakterzuges schliessen. Man hat oft und mit Recht hervorgehoben, wie gerade das wahrhaft heroische Prophetentum, das einzelne Angehörige der jüdischen Rasse auszeichnet, eine volkliche Veranlagung voraussetzt, die in ganz besonders hohem Grade das Bussepredigen herausfordern musste. Hier interessiert uns nur der Zusammenhang zwischen diesem eigennützigen Grundzuge und der Bedeutung der Juden für das Wirtschaftsleben. In dem Maasse, wie in diesem die reine Geschäftsmoral zur ausschliesslichen Geltung gelangt, der Grundsatz als selbstverständlich anerkannt wird, dass man alles darf, was man kann (innerhalb der manchmal sehr dehnbaren strafrechtlichen Schranken) — und das gilt im wesentlichen heute —, müssen, das ist wiederum klar, sich Vorteile für eine Rasse ergeben, die in besonders hohem Grade eigennütziger Gesinnung fähig ist. Hiermit hängt wohl auch das zusammen, was man als Skrupellosigkcit im jüdischen Wesen bezeichnet. Der Jude pflegt weniger peinlich in der Wahl der Mittel zu sein, die ihn zum Ziele führen. Daher ist er auch ein Virtuose der Reklame. Auf deren richtiger und ausgiebiger Anwendung beruht nun aber wiederum heutigentags ein grosser Teil des wirtschaftlichen Erfolges, weil eine Hauptkunst darin besteht, die Kundschaft zu sich heranzuziehen. Das alles aber würde noch nicht genügen, um die gewichtige Rolle zu erklären, die der Jude im modernen Wirtschaftsleben spielt. Was vielmehr noch in besonders hohem Masse ihn zu dieser Führerrolle befähigt, ist die genannte dritte Eigenschaft: seine abstrakte Veranlagung. Dass diese ihn in der Tat auszeichnet, ist niemals bestritten worden; die jüdische Religion ist der schlagende Beweis dafür. Diese abstrakte Denkart, die gleichbedeutend ist mit Indifferenz gegenüber Oualitätswerten, mit der Unfähigkeit, das Konkrete, Individuelle, Persönliche, Lebendige zu würdigen, musste in ihrer Anwendung auf die Welt der materiellen Kultur wie von selbst ihr Symbol in dem Gelde finden. Im Gelde sind alle Qualitäten der Gebrauchsgüter ausgelöscht; in ihm erscheinen sie nur noch in quantitativer Bestimmtheit. Nicht welchen persönlichen Wert ein Ding besitzt, was es wert ist, sondern wieviel es wert ist, kommt in dem Gelde zum Ausdruck. Es ist daher mehr als historischer Zufall (der selbstverständlich stark mitgespielt hat, sofern durch eigenartige soziale Verhältnisse die Juden jahrhundertelang auf Geldgeschäfte beschränkt waren), wenn wir in jüdischen Kreisen noch heute eine starke Ueberwertung gerade des Geldes und seines Besitzes finden. Es kommt darin eben (um noch einmal in der bildlichen Sprache zu reden, deren sich Marx bedient) das Bekenntnis zu dem der jüdischen Art adäquaten weltlichen Gott zum prägnanten Ausdruck. Andere Umstände haben diese Geldidolatrie noch befördert. Ich nannte schon die zwangsweise Beschränkung auf Geldhandel, der die Juden während vieler Jahrhunderte durch die Gesetzgebung unterworfen waren. Hand in Hand damit ging ihre Zurücksetzung in rechtlicher Beziehung, ihre Ausschliessung von Aemtern und Würden der christlichen Gesellschaft, ihre Ausschliessung vom Grundbesitz. Da lernten sie denn im Gelde ein Mittel kennen, das ihnen zum grossen Teil ersetzte, was sie durch Machtspruch der Gesetzgebung entbehren mussten: Geltung und Ansehen. Und daraus ergab sich natürlich abermals eine gesteigerte Wertung dieses Stillers aller Schmerzen, dieses Heilers aller Wunden, dieses wundersamen Trösters in allen Leiden: des Geldes. Die rastlose Energie der jüdischen Rasse, ihre nie ruhende Betriebsamkeit: sie fand mm also das natürliche Feld ihrer Betätigung in dem Streben nach Geldbesitz. Und der schon geschilderte praktische Sinn verlegte dieses Streben alsobald in die Sphäre wirtschaftlicher Tätigkeit: das Streben nach Geldbesitz wird zum intensiven Gewinnstreben, zum Erwerbstrieb, der zwar keineswegs eine auf die jüdische Rasse beschränkte Gemütsverfassung ist, der aber doch in ihr aus den angeführten Gründen begreiflicherweise zu stärkster Entfaltung kommen musste. Nun ist aber wohl auch schon ersichtlich, was es bewirkt, dass die Juden gerade in unserer Zeit eine so grosse Bedeutung für das Wirtschaftsleben erlangt haben. Dieses wird ja, wie wir wissen, in der modernen kapitalistischen Organisation ganz

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