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Ost und West · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. Seite 755 - 756

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Die makkabäische Eroberung im Lichte der Ausgrabungen
Date
1907-12-01
Page
Seite 755 - 756 (sequence 3)
Language
German
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753 Die makkabäische »Eroberung im Lichte der Ausgrabungen. 756 Spitze der Juden. Er hat sich schon bei den Eroberungen von Joppe und Beth-Zur ausgezeichnet; er wirft jetzt auch den Kronprätendenten Tryphon zurück, der sich nach Antiochus Tode um den syrischen Thron bemüht. Siegreich ist der Syrerkrieg zu Ende geführt; aber nun gilt es das jüdische Land und Volk zu stärken. Weg also mit allen fremden Einflüssen, die Judäa strategisch oder sittlich schwächen können! Weg auch mit der heidnisch-syrischen Besatzung, die noch zu Gezer horstet! Und der gewaltige Mann aus priesterlichem Geschlecht geht an die Bückeroberung der Stadt Gezer, von der uns der Bericht im ersten Makkabäerbuch Kap. 13, V. 43 — 48 anschaulich erzählt. Die eroberte Stadt wird durch neue Befestigungen gesichert; innerhalb der Mauern wird für den Eroberer eine Kesidenz gebaut (l.Makk. 13, 48); Simons Sohn Jonathan wird Gouverneur der Stadt und nach der Ermordung des Vaters auch Nachfolger in dem hohenpriesterlichen Amte. Hier setzt nun der Spaten ein; und zwar lassen wir im Anschluss an Macalister den Gang L. CONRAD Höre Israel! (Zum Artikel »Ausstellung jüdischer Künstler".) der Ausgrabungen, nicht bloss die Ergebnisse, folgen, um einenEinblick in die Schwierigkeiten der Arbeitund in die Erfolge rastlosen Forschens zu gewähren. Es war im Sommer 1904, als eine „Strafabteilung" der arabischen Arbeiter sich unter Macalisters Leitung durch Anlage von Gräben und Tunneln an die Blosslegung der Stadtmauern machen musste. Plötzlich klafft auf der Südseite eine Lücke; in der Mitte der Mauer sind auf eine Länge von dreihundert Fuss keinerlei Mauerreste oder Fundamente zu entdecken. Dagegen stösst an dem östlichen Ende dieser Lücke die Stadtmauer gegen ein Gebäude, dessen Mauerwerk viel sorgsamer als der rohe Mauerzug gearbeitet ist und auf eine weit jüngere Bauperiode hinweist. Macalister hält dies Haus um seines burgartigen Charakters willen anfangs für das Kreuzfahrerkastell auf dem Berge „Grisart", das auf diesem Hügel lag. Aber ältere Funde widerlegen diese Annahme bald. Vielmehr fördert die gründliche Untersuchung südlich von der Front dieses Gebäudes ein ähnliches Mauerwerk zu Tage, und zwischen beiden läuft ein roh gepflasterter Weg zur Stadt hinauf. Das Gebäude ist darnach ein grosses Tor gewesen, unter dem der Steinweg von aussen in die Stadt führte. Aber welches war die Bestimmung dieser Anlage? Die Frage wird noch verwickelter, als zehn Fuss nördlich von der Linie, wo die Stadtmauer sich hätte hinziehen müssen, nach innen eine zweite parallel laufende Mauer freigelegt wird, in der sich abermals eine sorgfältig behauene Toröifnung findet, die einen selbständigen Ausgang aus der Stadt ermöglicht. Was hat die ganze rätselhafte Anlage zu bedeuten? Vier Wochen trägt Macalister sich mit dieser Frage; dann ergeben sich ihm an der Hand der Funde und einer genauen Zeichnung die folgenden Schlussfolgerungen: 1. Wenn hier zwei Tore zusammenliegen, die aus der Stadt und in die Stadt führen, so bedarf diese seltsame Einrichtung und die Beziehung der beiden Tore zu einander einer Erklärung. 2. Beide Tore gehörten archäologisch nachweisbar zusammen und stammen aus der Makkabäerzeit, da in Verbindung mit ihnen makkabäische Töpferwaren ausgegraben worden sind. 3. Deshalb kann auch die Mauer, in der sichdas zweite innere Tor befand, nicht die alte innere Stadtmauer sein, die zur Makkabäerzeit längst verschüttet und vergessen war. L Die Mauer kann aus verschiedenen Gründen, von deren Erörterung hier abgesehen sein mag, überhaupt kein Teil der Stadtmauer sein. 5. Sondern sie gehörte einem wichtigen Gebäude, etwa einem Schloss an. dessen Herr das Recht freien Aus- und OELGEMAELDE.

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