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Ost und West · 1907-10-01 · Heft 10 (Oktober 1907) · p. Seite 657 - 658

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 10 (Oktober 1907)
Article
Das Unterstützungswerk der Alliance in Marokko
Date
1907-10-01
Page
Seite 657 - 658 (sequence 4)
Language
German
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657 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Das Unterstützungswerk der Alliance in Marokko. 658 EUGENE DELACROIX. Nach einem Oelgemälde JUEDISCHE HOCHZEIT IN MAROKKO. Sie brachen die Türen ein und machten den Versuch, Frauen zu überwältigen und verschiedene Sachen fortzunehmen. Einen armen wehrlosen Mann haben sie durch einen Revolverschuß verwundet. Ich habe dem Kommandanten Mangin eine Beschwerde übergeben. Pisa. Casablanca, 1. September 1907. Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß Dr. Baron Henri de Rothschild hier gewesen ist, wo er ein Krankenhaus zu begründen beabsichtigt. Ich habe ihm an der Spitze der provisorischen Kommission der jüdischen Gemeinde meine Aufwartung gemacht und ihm die traurige Lage unserer Glaubensgenossen geschildert. Er fragte mich, was er für sie tun könnte. Ich habe ihn um Hausgerät für die ganze Bevölkerung gebeten. Er antwortete mir, er wollte sofort an seine Oheime telegraphieren und sie um Hausgerät für 400 Familien und Kleidung für die Kinder bitten. Dann ging er mit mir aus und kaufte einige dreißig Stück Leinwand zur Kleidung für die Familien, die aus dem Innern des Landes zurückkommen. Beim Abschied wiederholte er mir, er wolle sein Möglichstes tun, um von seinen Oheimen eine große Unterstützung zu erlangen. Sie wissen, daß Dr. von Rothschild in Casablanca ein Krankenhaus errichten wird. Wäre es möglich, die Reservierung eines besonderen Pavillons für die jüdischen Patienten zu erreichen? Pisa. Casablanca, 1. September 1907. Ich komme nochmals auf die Ereignisse in Casablanca zurück, um Ihnen noch einige Einzelheiten von gewisser Bedeutung mitzuteilen. Wie Sie wissen, hat die Plünderung am 5., 6. und. 7. August stattgefunden. Nachdem die Ausschiffung von Truppen erfolgt war, haben die Araber die Stadt verlassen. Einige jüdische Familien aus der Bhiwa — dem schmutzigsten Stadtteil des Mellah — haben während der wenigen Tage bis zur Wiederherstellung der Ordnung die herrschende Verwirrung mißbraucht, indem sie von den Arabern vergessene oder weggeworfene, übrigens ganz wertlose Gegenstände fortnahmen. Dadurch ist das in ganz Marokko verbreitete Gerücht entstanden, die Juden hätten zuerst das Signal zum Plündern gegeben und die meisten von ihnen hätten sich auf Kosten der anderen Bevölkerung bereichert. — Das ist eine maßlose Übertreibung. Gewiß haben auch Juden vielfach von dem genommen, was auf den Straßen herumlag, wovon übrigens die Soldaten gleichfalls nahmen und was aller Welt zur Verfügung stand. Worin aber bestanden diese geraubten Schätze? In etwas Tee, Gerste, Zucker und gleichwertigen Dingen. Die auf den Straßen liegenden

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