Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1907)
- Article
- Ernst Josephson
- Date
- 1907-08-01
- Page
- Seite 507 - 508 (sequence 2)
- Language
- German
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507 Hermann Struck: Ernst Josephson. 508 langen Reihen von Ziffern zu bedecken. Kaum dass er in seinen Beruf eingetreten war, so brach er auch schon mit ihm. Das jüdische Temperament drängte ihn, die leuchtenden, glühenden, kraftvollen Farben, die sein Auge erblickte, zu Bildern zu gestalten, und bald offenbarten sich die beiden Gegensätze von Nord und Süd in diesem skandinavischem Boden entstammenden Sohne des Morgenlandes, indem er zu den Hauptfarben seines künstlerischen Banners das warme Kot des Südens und das nordische Blau erkor. Er absolvierte die Kunstakademie und bekam einen Preis. (In Paranthese bemerke ich, dass er zu den wenigen Männern gehörte, die auf der Akademie einen Preis bekamen und doch tüchtige Künstler wurden.) — Mit einem Stipendium nahm er 1876, 25 Jahre alt, seinen We;r ins Ausland und wandte sich zuerst nach Paris, dem Goldlande der Maler. Von dort aus unternahm er langdauernde Ausflüge. 1876/77 ist er in Holland; dann von 1877—79 in Italien; dazwischen wieder in Paris, und 1882 endlich ist er in Spanien. Ueberall kopiert er mit unvergleichlicher Hingabe und grösstem Fleiss die alten Meister; und es muss konstatiert werden, dass hierbei eine gewisse, der jüdischen Rasse eigentümliche Eindrucksfähigkeit einige Jahre hindurch auf jg^iiwgwAr^- *;? - ' ' :v Ar fi"":' - - f' " r' '"m wlm jä 4 ' n ' ■J-Y \ Y-S'l :'>■ y! c?y.?? %-'y> mW" Jb. HP I II •-!"üiP^^& K'' ' ■ SRI JhKS ^5HB^' ■■ ■ -Wmit^^^A;. ^ESL. 1H IBBafiaC^fcfc H r"^K ^* C iMSä •:" ^^^^^^ä' ' - ifcl^^S * ''* " ^v'-^-^H'Sr ^Ä^^S .. 1Ü - Ä ^§8J 1 : - SIll: - - .Ml' -• '' -'-jUt»- ÜHk^a^^n^ SP* ^^^9BSsE\^^RunKF^'^^B^ Jmm: - ■, i 1% 0 hMI ■ßj??" 1■■■py 10HmP?~ j -"<.;>' ■ -.';. >. mlVEfö. '"fj^^eSS feSU^'-*^ VJgfe^jh^ Hk; Iä;JI|PBBC3 ii ■ff t^aBBHKäEfe|^ 1ä;': Wm K^lf^'s*rv- A >x *,^Hi&d6f if ^' *',* -^^^SS&I^^ISf^^^^HHH 'k^^ä^ ^^8™ s^lf^iB^iraPI Hr i>s'4 ■ tt Kl-*'. \ k5tw«W ^^A^\-^BB^ ^^y%^^^äP^lJ ItM^^fe - fe^^nBBH 1 | '^jÄT * mBm^MB^Kt^F*' X->%4^I. SS »^^■^gäfisää^^^-' H?''* IM* ^| 1B^| BiBiBB^aB^-'^^':>^Lfl^B B ■Tfea ^S^^ dBfflfe)M^^^,<;-' ^^^■^m^^^ '^^HBH^H Wi -' m . ^"v^^^BH| wBhcI^^BB HHI^P E. JOSEPHSON Der spanische Tanz. MUSEUM GOETEBORG. die Ursprünglichkeit seiner Entwicklung etwas störend einwirkte. In Amsterdam kopierte er Rembrandts „Stalmeesters", allerdings mit einem gewissen Mangel an Feingefühl in Bezug auf den Ton wert. In Florenz beschäftigt ihn Raffaels Portrait von „Inghirami"; näehstdem beeinflussten ihn am meisten Velasquez und Franz Hals. Seine innigste Liebe aber galt neben Rembrandt den warmen Farben des Rubens. Nach vielem Umherstreiten liess er sich 1880 wieder in der Hauptstadt Frankreichs nieder, wo alsbald eine Folge von meisterhaften Bildnissen entstand, die bekannte Persönlichkeiten aus dem intellektuellen Schweden darstellten-: Oesterlind, Skänberg, Renholm und andere. Diese Portraits waren die ersten Schritte auf dem Gebiet eines nur ihm eigentümlichen Realismus. Sie zeigen unseren Blicken weniger Erzeugnisse eines korrekt und akademisch ausstudierten Talentes, als vielmehr eine vielseitige, impulsive, üppig blühende Kraft, die durch naive Kühnheit imponiert. Kommt man etwa auf den Gedanken, diese Bildnisse mit denen anderer hervorragender zeitgenössischer Künstler zu vergleichen, Bastien-Lepage's oder Lenbachs, so findet man eine Reihe von Fehlern, die die eben gerühmten Vorzüge stören; jedoch die grosse Schönheit seines Talentes und die packende Urspründichkeit seiner Auffassung bezwingen uns stets. — Kühn und eigenartig ist die provozierende Haltung auf dem Bilde Skänbergs überwältigend der Geist auf dem Gesichte dieser merkwürdigen Figur während Oesterlind noch etwas „altmeisterlich" und befangen in der Stellung wirkt. Ein schwieriges Problem ist im Bildnis Renholms gelöst, das entschieden genrehaft aufgefasst ist und doch gross und monumental erscheint. Später entstanden wundervolle Bildnisse schwedischer Jüdinnen. Er malte Frau Fürstenberg, die Gattin des bekannten Göteborger Mäcenas, des Begründers der berühmten Kunstsammlung, die jetzt, als sein Vermächtnis, in den Besitz des schwedischen Staates übergegangen ist. Mit wahrem Entzücken erwidern wir den liebenswürdigen Blick der Aron Kunstschätzen umgebenen aristokratischen Dame. In „Frau H. Marcusu tritt uns schon mit fast vollkommener Unbefangenheit und beinahe ohne jede Pose dargestellt eine gutbürgerliche, ehrbare Hausfrau entgegen. Das grösste Juwel aber in dieser Kette von Kunstwerken ist das Bildnis der „Frau J. Rubensohn", das mit höchster Meisterschaft gemalt, durch die absolute Unmittelbarkeit direkt wie ein Ausschnitt aus dem Leben wirkt. Dieses herrliche Portrait würde sich