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Ost und West · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. Seite 411 - 412

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Das Ackerbau-Werk
Date
1907-06-01
Page
Seite 411 - 412 (sequence 2)
Language
German
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411 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Das Ackerbau-Werk. 412 der Alliance, der I. C. A. und des Baron Hirsch-Fonds können einige unserer Zöglinge nach Kanada gehen, um dort eine Zeitlang als Arbeiter tätig zu sein und dann Pächter zu werden. Die während des letzten Jahres in Kanada gewesen sind, schreiben, daß sie mit ihrer Lage zufrieden sind. Eben jetzt schicken sich 6 unserer Zöglinge an, nach Amerika zu gehen. Die Möglichkeit, bei ihrem Austritt aus der Schule-Arbeit zu finden, hat unsere Zöglinge ermuntert und ihnen einiges Vertrauen in die Zukunft eingeflößt. Gesundheitszustand: DiePrimärschulen der Türkei versehen uns nur in beschränktem Maße mit Kandidaten. Unsere Schule ergänzt sich aus Syrien und besonders den palästinensischen Kolonien, so daß von den 28 Schülern, die den neuen Jahrgang darstellen, 5 aus Rußland sind, aus Gallipoli, von Demotica und den Dardanellen. Die 23 anderen stammen aus Syrien, nämlich: 10 aus Jaffa, 4 aus Tiberias, 3 aus Rischon, 2 aus Damaskus, 2 aus Jerusalem, 1 aus Wad-el-Hanine und 1 aus Saida. Eine betrübliche Folge der Vorherrschaft des syrischen Elementes ist die Einschleppung von Augenkrankheiten in unser Haus. Beinahe alle Kinder aus dieser Gegend sind mit mehr oder weniger schweren Augenkrankheiten behaftet oder dazu prädisponiert. Es ist sehr schwer, eine strenge Wahl zu treffen, man müßte sonst alle Kandidaten zurückschicken. Die Folgen haben sich fühlbar gemacht. Während des ganzen Monat März hatten wir epidemische Augenkrankheiten zu beklagen. Dank der Hingebung unseres überwachenden Pharmazeuten, der Fürsorge unseres Arztes, und dank den Ausflügen, die wir unsere Schüler gelegentlich des Passahfestes haben machen lassen, ist der Epidemie Einhalt getan, und jeder hat seine Arbeit und seine Studien in bester Gesundheit vvieder aufgenommen. Personal: Ich freue mich, Ihnen hier wiederholen zu können, daß ich dieses Jahr nur zufrieden sein kann mit der Hingebung, die von unseren Lehrern und Angestellten jeden Grades entfaltet worden ist, und mit der treuen Anhänglichkeit, die sie unserer Anstalt beweisen. In den häufigen Versammlungen, zu denen wir sie berufen, setzen wir die auszuführende Arbeit fest. Die bei solcher Gelegenheit veranstalteten, den Unterricht und den Feldbau betreffenden Erörterungen sind sehr nützlich und erzeugen eine gewisse Vertraulichkeit, die das Band unter den Kollegen nur fester knüpfen kann. Alle setzen Ehrgeiz darein, die Aufträge, die man ihnen anvertraut hat, erfolgreich auszuführen. Jeder in seinem Bereich und alle vereint bemühen wir uns, das Gedeihen der Anstalt zu sichern. Landwirtschaftliches Ergebnis: Das ländliche Arbeits jähr hat unter ungünstigen Bedingungen begonnen. Es regnete ebensoviel wie im vorigen Jahr. Wir haben im ganzen 630 Millimeter gehabt. Das ist ein normaler Durchschnitt; aber der Regen war verspätet, vielfach Platzregen von Hagel begleitet. Unsere tonartige und feste, schnell gesättigte Erde, die trotz vorhergegangener Entwässerungen häufig und lange überschwemmt war, das andauernde Stehen der Gewässer hat das Wachstum des Unkrauts zum Nachteil des größten Teiles der Nutzpflanzen begünstigt, die sich nicht entfaltet haben oder durch den Sirocco zu Schaden gekommen sind. Abgesehen von den Orangengärten aber haben unsere Pflanzungen kaum unter der Ungunst der Witterung gelitten und mit verschiedenen Sommern flanzungen und unserem Wein die Lage gerettet. 1 Die Wintersaaten sind fast völlisr zu Schaden gekommen. Da der Ertrag des landwirtschaftlichen Jahres sich recht ungünstig anläßt, haben wir uns bemüht, durch Herabsetzung der Ausgaben auf das unbedingt Notwendige Abhilfe zu schaffen. Die Einnahmen betrugen Fr. 70 822,50 „ Ausgaben .... „ 62 561,60 Das Reinerträgnis war somit Fr. 8 260,90 Das ist im Vergleich zu den investierten Kapitalien ein recht magerer Ertrag, der sich daraus erklärt, daß wir unsere allgemeinen Unkosten haben vermehren müssen, um die Sicherheit unserer Anstalt zu festigen, daß infolge der wirtschaftlichen Krise in unsererganzen Gegend (schlechter Verkauf der Weine und der Orangen) die Einnahmen sich verminderten, und daß das Wetter während des ganzen Jahres ungünstig war. In guten Jahren dürfen wir auf eine Verdoppelung des Reinertrages rechnen. Am Ende aller Enden können wir in Anbetracht des Mißwachses unserer Wintersaaten und des abnormen Regenfalles mit dem Ergebnis leidlich zufrieden sein, das hinter dem des Vorjahres nicht zurückstand. Wenn auch der Reinertrag noch immer nicht merklich wächst, so geht doch das Defizit der Landwirtschaft*- schule von Jahr zu Jahr zurück. Dieses Defizit betrug im Jahre 1901/02 noch Fr. 90 392,05, im folgenden Jahr Fr. 68 705,30, im nächsten Jahr 70 016,70, im Jahre 1904/05 noch Fr. 55 435 15, und im abgelaufenen Jahr nur Fr. 51 378,61.. Folgendes ist der Rechnungsahschluß für das Jahr 1. November 1905 bis 31. Oktober 1906: Ausgaben: Allgemeine Unkosten und Personalgehalte Fr. 22 735,75 Reköstigung und Unterhalt der Zöglinge „ 33 983,20 Prämien für die Zöglinge des 4. und 5. Jahrgangs............ „ 1338,20 Mobiliar.............. „ 87,65 Erhaltung der Gebäude ....... „ 750,— Bibliothek.............. „ 223,30 Gemüsegarten............. , 2 427,60 Geflügelhof..........., . ., 126,15 Schäferei.............. ,, 322,90 Stallungen............. ., 3 056,95 Weinberge und Kellereien...... „ 23 815,80 Mandelbäume............ „ 595,05 Baumschule............. „ 2 460,10 Orangenbäume............ „ 6 732,80 Höfe, Gräben und Wege....... „■ 818,40 Maulbeerbäume, Seidenwurmzuclit . . . „ 329,05 Holzaanbu............. „ 86,15 Zuckerstauden............ „ 536,15 Bestellung.............. „ 15 430,40 Summa Fr. 115 855,60

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