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Ost und West · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. Seite 169 - 170

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Prinzessin Goldhaar
Date
1907-03-01
Page
Seite 169 - 170 (sequence 2)
Language
German
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169 Prinzessin Gold haar. 170 HENRYK GLICENSTEIN. Die Vorkämpfer. ROM. kommst-" Er antwortete: „Ich bin der Sohn Adams. Während eines Zeitraums von tausend Jahren bin ich immer kleiner und kleiner geworden und während der nächsten tausend Jahre bin ich allmählich gewachsen. Auf mich erstreckte sich das Gebot nicht: „Am Tage, da Du davon issest, musst Du sterben"." Und Jochanan sagte: „Da Du der Sohn Adams bist, so segne mich." Da sprach er: „Möge Gotf Dich von den Leiden befreien, die über Dich kommen werden." Und Jochanan erschrak und wollte wissen, was das für Leiden sein würden, die über ihn kommen sollten. Aber der Skorpion antwortete ihm nicht mehr und entschwand seinen Blicken. Und Jochanan kehrte in sein Haus zurück als ein reicher und weiser Mann, und es gab niemand, der ihm an Weisheit gleichkam. Auch der König des Landes horte von seiner grossen Weisheit and liess ihn zu sich rufen, um einige schwierige Fragen zu beantworten. Und er fand, dass er ausserordentlich geschickt und wohl bewandert in allem war. Darum liebte ihn der König mehr als alle andern weisen Männer. Nun war der König noch nicht verheiratet. Und so kamen eines Tages seine Ratgeber zu ihm und sprachen: „Es kann Dir nicht Wohlgefallen, so weiter zu leben, ohne einen Erben, der Dir auf dem Throne folgen soll. Denn wenn Du stirbst, wird das Königreich ohne einen Erben bleiben und an einen Fremden fallen, weil Du keinen Sohn und Nachfolger haben wirst. Darum lass in allen Provinzen Deines Reiches nach einem schönen Mädchen suchen, auf dass Du sie zur Frau nähmest." Aber der König wollte nicht aut sie hören. Sie kamen jedoch noch einmal und ein drittes und viertes Mal, bis er sagte: „Gut, wenn ihr durchaus haben wollt, dass ich heiraten soll, so gebt mir drei Tage Zeit, dann will ich Euch antworten, ob es recht ist zu heiraten oder nicht." Des waren sie zufrieden. Am zweiten Tage sass der König in tiefem Nachdenken in seinem königlichen Garten. Da flog ein Rabe auf ihn zu und liess auf seine Knie ein sehr schönes, goldenes Haar fallen, welches er in seinen Füssen getragen hatte. Dieses Haar reichte der König am dritten Tage seinen Ratgebern hin und sprach: „Ihr wollt, dass ich heirate. Gut, ich bin es zufrieden. Wenn ihr mir die Frau bringen könnt, der dieses Haar gehört, so will ich sie heiraten. AVenn Ihr sie aber nicht findet, so seid Ihr des Todes." „Gib uns drei Tage Zeit, um uns zu beraten," sagten sie und der König gewährte sie ihnen. Nun kamen sie zusammen und dachten nach, was wohl zu tun sei. Und sie erkannten, dass es niemand ausser Jochanan gäbe, der dass vollbringen könnte, was der König verlangte; denn er kannte alle Sprachen und seinesgleichen war im ganzen Lande nicht zu finden. So kamen sie am

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