Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Die Sendung Muhammeds
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 41 - 42 (sequence 4)
- Language
- German
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41 Dr. Julius Reiner: Die Sendung Muhammeds. 42 Im Garten des Bezalel. (Abbildung XI) ist, die einander bekämpfenden Stämme, von denen jeder seinen eigenen Götzen diente, zu einigen und ihnen eine Überlegenheit zu verschaffen, die den Nachbarn bald gefährlich werden sollte. Er wurde nicht müde, auf Gott sich zu berufen, himmlische Strafen anzudrohen und göttliche Belohnung zu verheissen. Allmählich gewann er einen kleinen Anhang, der vielleicht an seine göttliche Sendung garnicht glaubte, der aber sich sagte, dass der Mann doch ganz recht habe. Sie lernten einsehen, dass Gerechtigkeit besser sei als Ungerechtigkeit, denn sie diene allen gleichmässig und gewähre den Schwachen Schutz. Auch die äusseren sozialen Verhältnisse kamen dem Propheten zu Hilfe. Er verstand es, die Armen für seine Lehre zu gewinnen, denn er verlangte im Namen Gottes, dass man barmherzig sein solle, dass man die Hungrigen speise und die Nackten kleide. So wuchs sein Anhang im Lauf der Zeit; aber auch die Gegner nahmen zu, denn der Einfluss Muhammeds beunruhigte sie. Sie wollten die neue Lehre annehmen, aber sie verlangten, dass ihnen Muhammed seine göttliche Sendung durch ein Wunder beweise. „Wirke ein Wunder, und wir wollen dir glauben!" sprachen sie zu ihm. Muhammed fragte, was für ein Wunder man verlange. „Verwandle den Hügel von Safa in Gold", war die Antwort. Der Engel Gabriel, den Muhammed zur Ausführung dieses alchemistischen Zauberstückes angerufen haben soll, Hess vergebens auf sich warten. Erneuerte Angriffe auf Muhammed folgten. Man schrie ihm entgegen: „Er ist nur abgelernt oder verrückt" (Sure 44). Für Muhammed gab es kein Zurück mehr. Er verfolgte den einmal eingeschlagenen Weg, trotzdem sein Leben dabei bedroht war. Das Bewusstsein seiner guten Absicht hiess ihn nicht rasten, und seine Klugheit gab ihm oft gute Ratschläge ein. Er verstand es, zwei angesehene und reiche Bürger aus Mekka, Abu Bekr und Omar, für seine Pläne zu gewinnen. Um das Band mit diesen zu befestigen, heiratete er die neunjährige