Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 11 (November 1903)
- Article
- Kongresstypen
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 773 - 774 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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773 D. F.; Kongresstypen. 774 Die Reihe der Redner ist lang; es würde den hier gesteckten Rahmen bei weitem überschreiten, wollten wir auch nur die bemerkenswertesten kurz skizzieren. Und nicht nur diese, sondern viele, viele verdienten hier erwähnt zu werden. Da ist von der deutschen Landsmannschaft der Lyriker der jungjüdischen Bewegung, Theodor Zlocisti, nicht minder durch seine geistvollen Essays, wie durch seine tiefempfundenen,die jüdische Psyche erfassenden Gedichte bekannt. Er stöbert an den Verkaufsständen der Jargonlitteratur nach „Stoff" und kauft unermüdlich Broschüren, Gedichte und Ansichtskarten. Unter dem Arm einen hölzernen Tomahawk als Spazierstock, blättert er auf dem Wege vom Kongress zum „Safran" oder umgekehrt in den neuerworbenen Schriften. Die bildende Kunst ist durch Beer, Struck und Neumann vertreten. Ersterer hat auch auf dem Kongress seine künstlerische Visitenkarte abgegeben. SeinGypsmodel zu „Schema Jisroel" wird viel bewundert. Unter einer unerträglichen Last bricht ein alter Mann zusammen, das brechende Auge gegen den Himmel gerichtet. Herzl, dessen Mutter und Zangwill. Der Ausdruck des (Nach einer Momentaufnahme in Basel.) Gesichtes ist VOn Das Stadtkasino in Basel, in welchem die Zionisten-Kongresse abgehalten werden. erschüttender Naturtreue. „Wohl selten eine Versammlung" sagte der Künstler dem Schreiber dieses „bietet eine so reiche Ausbeute an markanten Sujets, wie gerade der Kongress." Es unterliegt auch keinem Zweifel, dass die „Fülleder Gesichter" in Basel auf die Schaffenskraft sowohl dieses echt jüdischen Künstlers, wie namentlich auch auf diejenige Hermann Strucks befruchtend eingewirkt haben. Neumanns spezielles Gebiet ist dieLandschaft, er kennt keinen sehnlicheren Wunsch, als das gelobte Land der Väter mit eigenen Augen zu schauen und jene Stätten mit seinem Pinsel festzuhalten, auf denen unsere Ahnen als Glieder eines einheitlichen Volksganzen lebten. Soviel steht fest, wer das Judentum und seine Eigenart künstlerisch gestalten will, muss nach Basel zum Kongress; hier schaut er es in seiner ganzen Buntscheckigkeit und doch so erhebenden Einheit! Denn kaleidoskopartig ziehen Bilder und Tjrpen an ihm vorüber.— Es ist der vorletzte Kongresstag. . . . Die Debatten haben die Gemüter abgespannt und ermüdet. Viele besitzen nicht mehr" die Spannkraft, den trockenen geschäftlichen Aus- - ,D . -d ... D ,. , .. K Rabbiner Remcs u. Rabbiner Rabmotunrungen Uber witz> Führer der „Misrachim"-Partei. die Bank Und den (Nach einer Momentaufnahme in Basel.)