Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1903)
- Article
- Das Gebiet des projektierten Judenstaates in Ostafrika
- Date
- 1903-10-01
- Page
- Seite 699 - 700 (sequence 10)
- Language
- German
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699 Kurt Toeppen: Das Gebiet des projektierten Judenstaates in Ostafrika. 700 ♦. ';iV;\'v'vJ LÄNGS DER UGANDABAHN. NACH EINER ORIGINAL AUFNAHME. Zelte der Ingenieure bei Sultan Hamond-Stationen. ca. 394 km von Mombasa, ca. I25u mtr. über dem Meeresspiegel. Frachten nicht teurer als in Indien, dann ist ein Export von Feldfrüchten auch möglich, denn die indischen Oelsaaten, Weizen, selbst die billigen Myrabalanen werden viele hundert Meilen weit mit der Bahn befördert, ehe sie zur Verschiffung gelangen, und was in Indien geht, muss sich in Ostafrika auch machen lassen. Sir Charles Eliot, ein Mann von umfassender Bildung und reicher Erfahrung, dem niemand ein unabhängiges und treffendes Urteil absprechen: wird, hat British - Ostafrika in den vergangenen 2l/2 Jahren sorgfältig studiert, und sein Bericht vom Juni dieses Jahres ist vielleicht noch günstiger als der Johnstons. Eliots Persönlichkeit bürgt dafür, dass er sich von jeder Schönfärberei fern hält und nur nackte Tatsachen gibt. Hören wir, was dieser hervorragende Mann über das Zukunftsland der Zionisten zu sagen hat. „Das Kikuju-Bergland, welches sich nordöstlich, bis zum Kenia (der gegenwärtigen Grenze geographischer Kenntnis) erstreckt, ist eines der reichsten und vielversprechendsten Distrikte des Protektorats. Das Klima ist kühl und für Europäer geeignet, obgleich es solche, die an den Tropen gewöhnt sind, als zu kalt empfinden. Im Juni und Juli ist es oft neblig, so wie in Schottland bis Mittag. Wasser und Holz gibt es im Ueberfluss, das letztere genügt für lokale Zwecke, dürfte sich aber kaum für den Export eignen. Die Kulturen sind beträchtlich; alle Arten von einheimischen Kornfrüchten werden erzeugt, ebenso Bohnen und Rizinus. In einigen Teilen gibt es Wälder von Bambus und schönen Holzstämmen. Die Bevölkerung ist ungewöhnlich dicht für Ostafrika, aber nicht so dicht, dass sie europäische Kolonisation ausschliesst. Die Eingeborenen-Dörfer liegen meist in Bananen- Hainen versteckt." Später spricht Eliot über das Land hinter Naivascha und östlich vom sogenannten Rift Valley, welches bisher den Europäern so gut wie unbekannt war: „Ich bin glücklich zu berichten, dass dies einer der schönsten Distrikte des Protektorats ist. Es besteht aus einer Reihe hochliegender Plateaus, die von Waldgürteln durchzogen sind. Das Klima ist gemässigt und Wasser im Ueberfluss vorhanden. Die Massai weiden ihr Vieh in diesem Distrikt, welcher, wie ich glaube, einige der schönsten Weidegründe der Welt enthalten muss. — Etwa 10 Meilen hinter Nakuru liegt Njoro, wo die ersten niedrigen Rücken der Mau-Kette sich von der Ebene zu erheben beginnen. Dieser Distrikt ist einer der* gesegnetsten in Ostafrika. Im grossen und ganzen mag das Aussehen des Landes oberflächlich mit der Gegend um Nairobi und den östlichen Hängen der Kikuja-Berge verglichen werden, aber es ist in jeder Hinsicht wertvoller. Das Klima ist erfrischender, Wasser in grösserer Menge vorhanden und der Humus reicher und tiefer. So wie in vielen anderen Gegenden des Protektorats ist die Szenerie frappierend englisch: die grünen Hügel und Waldungen würden eine Zierde eines jeden Parks im vereinigten Königreich sein .... Eine merkwürdige Erscheinung des Rift Valley und der Mau-Kette ist die Spärlichkeit — in grossen