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Ost und West · 1903-09-01 · Heft 9 (September 1903) · p. Seite 625 - 626

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 9 (September 1903)
Article
Die Juden von Buchara
Date
1903-09-01
Page
Seite 625 - 626 (sequence 3)
Language
German
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6*25 Henry Landsdell: Die Juden von Buchara. 626 . g m * - " "^MWPM." r'JFFr m m ywm ii, t ^iMfthi'' - £ * ^Sj^^^ Äf^l 4 I :f * > ■§.! ■' . t*s'k:W *'4ijk ^fl^c«lr' ' ' M-^ ' f >\-ll^/* flP"*^*V# M - $<k.ä2k 1 ri'ä^i'f li-> /»^If^ 1 fr-f > |ii fljp/ * ';./ I * * - *e >r^"f^:,. rF^f " ßtt-i VIvH^i fit" v '* Jt\ M* r;;- •^t i r-' r'^f * FWl r' - vvJ&Mf'r l; MMm---:mß 0- '■■^feS fMpf JUEDISCHE HOCHZEIT IN BUCHARA. Samarkand gegenüber behaupteten, sie hätten Glaubensgenossen von ihnen in China getroffen. Die Juden hätten letztere jedoch nicht gesehen, und zwar aus dem seltsamen Grunde, dass der genannte Fluss an sechs Tagen heisses und am siebenten Tage kaltes Wasser habe; an letzterem sei es aber iür die Juden gesetzwidrig, denselbee zu überschreiten, während die Mohammedaner durch solche Rücksichten nicht gebunden seien und deshalb vielfach die Gelegenheit benutzten, die Juden am jenseitigen Ufer zu besuchen.1) Eine andere Legende der Juden in Samarkand weiss zu melden, dass die Stadt siebenmal zerstört worden und 24000 Kohanim-Juden, die einen von dem Beerdigungsplatz der übrigen Israeliten abgesonderten Friedhof hatten, dabei umgekommen seien. Tamerlan habe sieben jüdische Familien von Meschhed mitgebracht, deren Abkömmlinge noch jetzt in Buchara und Samarkand lebten. Meiner Meinung nach sind dies aber durch nichts begründete Sagen, da der Rabbi mir ebenfalls sagte, die Juden lebten erst seit einem Jahrhundert in Samarkand, und hinzufügte, sie seien von den Stämmen Rüben und *) Es ist interessant, mit dieser mir auch in Kokan erzählten Sage von den in China lebenden Juden den Bericht Finns über die „verwaiste Judenkolonie" in der Stadt Kae- Fung-Fu zu vergleichen, die im Jahre 1870 bereits so gut wie vollständig in der sie umgebenden chinesischen und mohammedanischen Bevölkerung aufgegangen war. An ihrer Synagoge angebrachte Tafeln erzählen von mehreren Wanderzügen dorthin, von denen die ersten zur Zeit der Tschau- Dynastie in den Jahren 1122 und 249v.Chr. Geb., ein dritter im Jahre 1163 n. Chr. Geb. stattgefunden hat. Im Jahre 1843 wurde ihnen durch Vermittlung des englischen Konsuls in Ning-po ein Schreiben übersandt; fünf Jahre später traf ein Brief von jihnen ein, welcher von dem Verfall ihrer Religion Gad und zum Teil vom Stamme Manasse. Er setzte uns Früchte vor und bat, zum Mittags essen zu bleiben, allein da wir vom General erwartet wurden, so mussten wir diese freundliche Einladung dankend ablehnen. Die Juden im Westen betrachten die Russen als ihre Unterdrücker, wohingegen diejenigen im Osten, in Samarkand, sie als ihre Befreier begrüssten, so dass die Israeliten in Buchara keinen sehnlicheren Wunsch hegten, als dass der Zar auch ihr Land in Besitz nehmen möge. Ich benutzte die erste sich mir bietende Gelegenheit, um eine geheime Unterredung mit einigen buchariotischen Juden, an welche ich Empfehlungsschreiben besass, herbeizuführen, doch schienen dieselben in grösster Angst zu schweben, dass Jemand sie mit mir sprechen sehe oder höre. Früher, sagten sie, wurde mit dem Tode bestraft, wer mit den Russen sprach; jetzt durften sie mit Letzteren, soweit es sich um Geschäfte handle, reden, allein trotzdem wagten sie, verachtet wie sie sind, nicht, meine Einladung zu einem Besuche in der Gesandtschaft anzunehmen. Yambery behauptet, die Juden seien vor 150 Jahren von Kasim und Merw nach Buchara gekommen, während sie selbst mir erzählten, ihre Vorfahren seien und Synagoge berichtet. Einige nehmen an, dass die Stammväter der Kolonie über Chorasan und Samarkand von Persien gekommen seien, weil sich in den Inschriften ihrer heiligen Bücher persische Worte finden. Bischof Smith in Victoria schickte darauf Boten an sie und liess einige ihrer hebräischen Manuskripte ankaufen. Im Jahre 1866 stattete Dr. Martin, ein amerikanischer presbyterianischer Missionar, den Ueberresten des Volkes einen Besuch ah; seitdem haben Juden und Christen ein reges Interesse an der verlassenen Lage der Kolonie genommen, jedoch weiss ich nicht, ob irgend welche praktische Vorschläge zu ihren Gunsten mit Erfolg zur Ausführung gebracht worden sind.

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