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Ost und West · 1903-06-01 · Heft 6 (Juni 1903) · p. Seite 373 - 373

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 6 (Juni 1903)
Article
Die Alliance Israélite universelle
Date
1903-06-01
Page
Seite 373 - 373 (sequence 5)
Language
German
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37a Dr. H. M. C: Die Alliance israelite universelle. 374 MAX LIEBERMANN. SITZENDER MANN IN DEN DUENEN OELGEMAELDE (1896). Wanderungsländer zu besitzen, während jede andere Sprache nur von Juden bestinmter Länder verstanden würde. Gegen die religiöse Haltung von Alliance- Lehrern sind aus Palästina mehrfach Beschwerden vorgebracht worden. Derartigen Beschwerden muss man mit einer gewissen Vorsicht näher treten. Von dem Oberrabbiner der Aschkenasim in Jerusalem wird ein hübsches Wort erzählt, das jedenfalls gut erfunden wäre. Einem Besucher erklärte er: »„Was man Ihnen in Palästina erzählt, dürfen Sie keinesfalls glauben, was ich Ihnen erzähle, dürfen Sie auch nicht glauben." Eine solcher Erzählungen ging z.B. dahin, dass man in der Alliance-Schuie von Safed Weihnachten gefeiert habe. Die Feststellung des Sachverhalts ergab, dass eine derartige Feier tatsächlich stattgefunden habe, indessen nicht in der Alliance-Schuie, sondern in einer Missions-Schule. Im allgemeinen würde schon die oben geschilderte ausserordentlich rege materielle Beteiligung der jüdischen Gemeinden an der Unterhaltung der Schulen ein Beweis sein, dass im allgemeinen diese Schulen den religiösen Anschauungen der beteiligten jüdischen Gemeinden entsprechen. Ein sehr schwieriges Gebiet bilden die Ackerbauschulen und Werkstätten. Die Zwitterstellung zwischen einem Erziehungsinstitut und einem Erwerbsunternehmen, was diese Institute durch den Verkauf ihrer Produkte und Lieferung von Arbeiten sind, bietet immer eine gewisse Schwierigkeit. Wenn in nicht-jüdischen Instituten diese Schwierigkeiten nicht in gleichem Maasse hervortreten, solche vielmehr ein besseres materielles Erträgnis abzuwerfen pflegen, so ist zu berücksichtigen, dass die jüdischen Institute dieser Art in stärkerem Maasse Erziehungsinstitute sein müssen. Sie sollen die jüdische Bevölkerung erst zur Handarbeit erziehen, während in christlichen Instituten meist die Kinder von früheren Arbeitern erzogen werden. Die jüdischen Arbeiter müssen daher relativ günstigere Bedingungen erhalten, um der Tätigkeit erst gewonnen zu werden, und daraus erklärt sich, dass die genannten Institute jährlich erhebliche Zuschüsse erfordern. Neben der dauernden Tätigkeit, welche sich in

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