Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1903)
- Article
- Die Alliance Israélite universelle
- Date
- 1903-06-01
- Page
- Seite 375 - 376 (sequence 6)
- Language
- German
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375 Dr. H. M. C: Die Alliance israelite universelle. 376 den Ackerbauschulen, den Werkstätten und den allgemeinen Schulen publiziert, geht bei ausserordentlichen Gelegenheiten eine gelegentliche Thätigkeit der Alliance einher. Stets ist die Alliance eingetreten, wo es sich um einen Notstand unserer Glaubensgenossen handelte. Sie hat beispielsweise einen hervorragenden Anteil an den Werken für die russischen Juden in den Jahren 1869, 1881| 1882 und 1891 genommen, wenn sie auch unter ihrem Namen bei den beiden letzt genannten Gelegenhenheiten in Deutschland nicht hervorgetreten ist. Es wurden damals viel mehr besondere Komites gebildet. So war 1881/82 ein interkonfessionelles Komite gebildet worden, dessen Aufruf von Mommsen verfasst worden ist, und diesen Komites lieferte die Alliance dann die bei ihr direkt eingehenden Gelder zur Verwendung ab. Es mag kaum ein halbwegs wertvolles Buch zur jüdischen Litteratur erscheinen, ohne dass die Alliance dessen Erscheinen durch Abnahme einer Anzahl Exemplare fördert. So darf man sagen, dass, wenn man von der Alliance wenig gehört hat, dies nicht daran lag, dass sie wenig getan hat, sondern dass sie das, was sie getan hat, mit Discretion getan hat. Vielleicht ist sie in der Zurückhaltung etwas zu weit gegangen. Jedenfalls scheinen daraufhin die vielen falschen Meinungen zu deuten, welche über die Alliance und ihre Thätigkeit verbreitet sind. Hierüber das jüdische Publikum aufzuklären, war der Zweck meiner Ausführungen, und der Leser wird bemerken, dass ich nicht als blinder Bewunderer geschrieben habe, sondern als gewissenhafter Prüfer. Soweit es sich um unsere Thätigkeit handelt, machen wir keinen Anspruch darauf, vollkommen zu sein, es lässt sich vieles noch besser machen, und es ist unser dauerndes Bestreben, nachzudenken, wie man es besser machen kann. Aber wenn wir als Personen, die an der Leitung der Alliance beteiligt sind, gern Tadel entgegennehmen, so möchten wir Protest dagegen einlegen, dass die Institution als solche und ihr idealer Gedanke von jüdischer Seite Angriffe erfahrt, wie dies leider vielfach der Fall ist. Wenn unsere Pariser Collegen tatsächlich so chauvinistisch wären, wie unsere chauvinistischen Glaubensgenossen in Deutschland zu Unrecnt glauben machen möchten, so könnte ihnen gar nichts Angenehmeres passieren, als ihre deutschen Mitglieder zu verlieren. Man würde etwa 3 V2 Prozent der Einnahmen einbüssen, aber auch keine Rücksichten mehr zu nehmen haben, und dann über nahezu IV2 Millionen Francs jährlich frei verfügen können. Dies ist aber nicht die Absicht unserer Pariser Collegen. In dem universellen Charakter der Alliance, den unser Präsident, einer ihrer Begründer, ihr gegeben hat, den Cremieux unter den Juden volkstümlich gemacht und den Baron Hirsch durch seine Schenkungen anerkannt und durch die Aehnlichkeit in der Organisation der I. C. A. geehrt hat, in diesem universellen Charakter der Alliance sehen auch sie ihren höchsten Vorzug. Es ist die Pflicht der deutschen Juden, durch rege Betätigung innerhalb der Alliance den universellen Charakter ihr auch für die Zukunft zu sichern und zu wahren. fin IfiefL "cT vSbo $Heit wie ein Craum Liegt ein Land JVlit fcblummernden Beiden Und Crauerweiden Hm Waflerrand. Dort hingen Barfen vor Zeiten J^Lxt fcblucbzenden Saiten, 6s kamen CCLinde und ftreuten Die Darfner in alle Gleiten, 8ie trugen im Gerzen perborgen Die Barten aus J^acbt zum Jorgen - . . Doch keiner wül ihnen erfebeinen, Und keine Sicherheit finden Die Barfen im Berzen vor <tiindetn-- Die Saiten reissen und weinen, J^ur eine blieb, die Sebnlucbt ftand, Die einte.in lieh aller Saiten Flacht . . * Und ftreicht fte ein Bauch vom heiligen Land, Da will lie jauchzend vergelten der JNfacht--— 3Cleit wie das Glück Liegt das Land * . . JSicbt hingen dort Barten auf Zweigen; Cempeln frei und eigen Spielte des Königs Band Jn feftlicben Zeiten pfahrten auf goldenen Saiten« «Ken. J*I. Scherlag»