Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 4 (April 1903)
- Article
- Geskel Saloman
- Date
- 1903-04-01
- Page
- Seite 249 - 250 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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249 Dr. Adolph Kohut: Geskel Saloman. 250 GESKEL SALOMAN. NORDISCHES MUSEUM. GUSTAV VASA UND DIE DALEKARLIER. Schweden als seine eigentliche Heimat betrachtete, und, einige Reisen und einen längeren Aufenthalt in Frankreich zu Studienzwecken abgerechnet, fast ein Menschenalter hindurch in Schweden lebte und wirkte, zum Ruhm der schwedischen Kunst und Wissenschaft auch seinerseits kein geringes Scherflein beitragend. Ein besonders gern gesehener Gast war er in dem Hause des Kaufmanns Morris Jacobson, der auch später sein Schwiegervater wurde. Bevor er jedoch seine Braut heimführte, drängte es ihn, zur Vervollkommnung seiner Kunst nach Paris zu reisen, wo er bei Contures arbeitete und ein grosses Gemälde, welches sich im Gotenburger Museum befindet, „nouvelles de la crime", sowie ein Selbst-Porträt schuf. Der glückliche Gatte und Vater komponierte in den ersten Jahren seiner Ehe mehrere wertvolle Bilder, welche durchwegs das Motiv des „Erstgeborenen" variieren; diesem folgte das wehmütiginnige Gemälde „Die Weberin", eine Witwe darstellend, die einen Augenblick das Webeschiffchen ruhen lässt und traurig, aber doch beglückt auf das schlafende Kind neben sich herabblickt. Grosses Aufsehen erregte sein schon genanntes Bild „Die Auswanderer auf dem Wege nach Gotenburg", sowohl durch die stimmungsvolle Landschaft, als auch durch die erschütternde Art der Darstellung. 1860 finden wir ihn in Algier, wohin er zur Wiederherstellung der Gesundheit seiner Frau, die ihm im Herbst 1863 durch den Tod entrissen wurde, gereist war. Dort schuf er mehrere Gemälde, die durch ihren lebhaften Farbenreichtum und ihre bewegte Handlung fesseln, so z. B. das Bild „Das Hühneropfer". Am künstlerischen und gesellschaftlichen Leben eifrig teilnehmend, gab er die erste Anregung zu der ausgezeichneten Sammlung der schwedischen Kunst in Gotenburg. Als Mitglied des Vorstandes der Gotenburger Handfertigkeiten-Schule wurde er zugleich der Reorganisator derselben; auch hielt er seit 1869 sehr besuchte Vorträge über die skandinavische Kunst, mit besonderer Beziehung auf. die volksbildende Aufgabe derselben. 1870 siedelte er zum ständigen Aufenthalt nach der Hauptstadt Schwedens, Stockholm, über, nachdem er bereits 2 Jahre vorher zum Mitglied der Akademie der Künste daselbst ernannt worden war, um als Professor an der Kunstakademie eine erspriessliche pädagogische Thätigkeit zu entfalten. Im Jahre 1881? vollendete er das prächtige und unzählige Male reproduzierte Gemälde1: