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Ost und West · 1903-04-01 · Heft 4 (April 1903) · p. Seite 233 - 234

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 4 (April 1903)
Article
Altneuland
Date
1903-04-01
Page
Seite 233 - 234 (sequence 4)
Language
German
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233 Achad Haam: Altneuland. 234 GESKEL SALOMAN. stand binnen zwei, drei Monaten ein Warenmarkt, der den ersten Bedürfnissen genügte. Während die zionistischen Verbände mit der Auswahl der zur Kolonisation geeignetsten Elemente beschäftigt waren, rüsteten Engländer, Franzosen und Deutsche ihre Magazine in Haifa, Jaffa, Jericho und vor den Thorn Jerusalems aus, um die Ankömmlinge zu erwarten. Mittlerweile hatte der technische Direktor einen detaillierten Plan für die bevorstehenden Eisenbahn-, Kanal- und Hafenbauten entworfen, die dann in kurzer Zeit ausgeführt wurden. Der Bau aller „jetzt" im Lande befindlichen Bahnen hat fünf Jahre in Anspruch genommen. Damals, während der Vorbereitungszeit, als die Agenten des Büreaus sich nach Amerika und Russland begaben — letzterer verweilte, wie erinnerlich, drei Wochen in Russland, wie lange ersterer in Amerika blieb, wird nicht gesagt —, haben sie nur so nebenbei auch die nötigen Kapitalien für den Bahnbau aufzutreiben verstanden. „So verrichtete die Maschine ihre Arbeit". Levy erhielt von allen Seiten erfreuliche Nachrichten: Alladino erwirbt ungehindert Grund und Boden, Steineck wird demnächst in Haifa eine Ziegelbrennerei und eine Zementfabrik eröffnen, — desgleichen die anderen Direktoren, ein jeder in seinem Bereiche. Endlich waren die vier Vorbereitungsmonate vorüber, und die Immigration konnte beginnen. Levy er- DIR EINWEIHUNG DF.R SABBATLICHTE. zählt begeistert von der vielen Arbeit, die in jenem ersten Jahre auf ihm lastete. Jeden Tag langten 500 bis 2000 Emigranten an, lauter arme Leute, die nichts mitbrachten, als ihre Kraft und Fähigkeit zur Arbeit. Alle diese Leute galt es nun zu verpflegen, und dann einen jeden nach seinem Bestimmungsort zu transportieren, wo seiner die ihm entsprechende Arbeit im Acker-, Wege- oder Eisenbahnbau harrte. Auch die, die vorläufig nicht in der Landwirtschaft verwendet wurden, erwarben das Recht, in Zukunft Kolonisten zu werden. Man musste also für sie schon jetzt Häuser in den Kolonien bauen, damit es ihnen möglich werde, ihre Familien bis zum Winter nachkommen zu lassen. Kurz, es gab viel zu thun, Levy aber überwachte alles persönlich, tauchte überall auf, machte jeglichen MissgrifT bald wieder gut — und seine Mühe lohnte reichlich, denn alles gelang auf unübertreffliche Weise. Im Grunde aber ging es gar nicht mit Wunderdingen zu: bis zum Winter, also im Verlaufe von etwa acht bis neun Monaten, galt es, nur (!) eine halbe Million Emigranten unterzubringen. Diese Kleinigkeit zu bewältigen, ohne dass Unordnung oder Wirrwarr einriss, war gar nicht so schwer; hat nicht schon manche Grossmacht zur Kriegszeit ein ungleich zahlreicheres Heer im Feindeslande verpflegt? . . . Als nun Levy nach der ersten Ernte, die mittelmässig ausgefallen war, die Bilanz machte, fand

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