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Ost und West · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. Seite 171 - 172

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
Die Frau im jüdischen Sprichwort
Date
1903-03-01
Page
Seite 171 - 172 (sequence 3)
Language
German
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171 Binjamin Segel: Die Frau im jüdischen Sprichwort. 172 Wann machen die Frauen dem Schneider Auf jeglicher Braut ruht die Schechinah. keine Vorwürfe? Wenn er ihnen Thachrichim „Schechinah" Abglanz Gottes. (Totengewänder) näht. * * * Eine jüdische Tochter bleibt nicht sitzen. Heiratet ein Alter eine Junge, wird sie alt * * " und ei jung. g-ne jüdische Tochter darf man nicht zwingen (in der Ehe mit einem ungeliebten Manne zu verharren). * •* Den Schadchan straft Gott nicht für seine Lügen. Ein Mann, der zu aller Welt gut ist, ist zu Ratet mir Sut> aber ratet mir nicht ab ~ seiner Frau schlecht. sPricht das Mädchen, dem der Knabe gefällt. * * * , * * * Besser, der Mann riecht nach Wind als nach Nicht das ist lieb, was schön, sondern das Rauch. ist schön, was (einem) lieb ist. Sinn: Eesser, wenn er aus ist, um sein Brot * * zu erwerben, als wenn er in der Küche hockt * und in die Töpfe guckt. Nicht das ist schön, was allen gefällt. * * Wer seine Frau ehrt, dem giebt Gott Brot. Besser, ich habe eine hässliche Frau für mich, Vergleiche: Baba Mezia 59b. a,g dne hübsche für andere. -* Lieber Vier in Freuden, als Zwei in Leiden. ___ . , . , . , ,u . »# . .. . , Wenn ein Mann nur schöner ist, als der Em Paar, das sich nicht vertragt, möge sich 9 scheiden lassen, damit ein jedes mit den Neu- Teufel, genügt es für ihn. erwählten glücklich werde. * * * * * . * N t _ . Narren haben meist hübsche Frauen. Lieber Papier (zerreissen) als Pergament (be- * * nützen). Verlobungsakt wird auf Papier geschrieben, Cn^n ist menr als Schön. der Scheidebrief auf Pergament. „Chen" Anmut, Lieblichkeit. * * * * ¥r Zur Chuppah (Trauungsbaldachin) muss man Wir lieben nicht nach den Vorzügen und sie führen, zur Scheidung laufen sie von selber, hassen nicht nach den Fehlern. * * * * * * Es giebt keine hässliche Braut und keinen Zum Lieben und zum Almosengeben kann schlimmen Bräutigam. - man keinen zwingen. * * % * * * * Alle Bräute sind schön — alle Gottseligen sind Liebe schmeckt süss, aber nur mit Brot, gut und fromm. A * Auf dem Leichenstein sind nur Lobeserhebungen Ein Mädchen gleicht dem Sammet, der geringste verzeichnet, und auch von der Schönheit der t?\ \ f iu Bräute spricht man nur lobend. rlecK entstellt es. * * * * * * Brautleute haben gläserne Augen. Schau auf das Mädchen und nicht auf das Sehen einander nicht im wahren Lichte. Kleidchen. B. Familienleben, Eltern und Kinder. Das Schwierigste in der Welt ist, Vater und Mutter schilt, aber das Herz thut ihr weh Mutter zu sein, und doch unternimmt's ein Jeder, dabei. * * * * Für Geld bekommt man alles, nur nicht Vater Von Mutterg Schlag bekommt man kein Loch, und Mutter. * # * * * Mutters Thränen und Vaters Schläge - nützen K,eine Kinder ~ kleine Freuden; grosse Kinder im Leben allerwege. ~~ Srosse Leiden.

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