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Ost und West · 1903-01-01 · Heft 2 (Januar 1903) · p. Seite 101 - 102

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 2 (Januar 1903)
Article
Der Jude und seine Umwelt im jüdischen Sprichwort
Date
1903-01-01
Page
Seite 101 - 102 (sequence 2)
Language
German
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101 Binjamin Segel: Der Jude und seine Umwelt im jüdischen Sprichwort. 102 nicht strikte einhält, als ein solcher, der den ethischen Hauptinhalt der jüdischen Religion vernachlässigt. * -* -* Was nützt der jüdische Kopf, wenn kein jüdisches Herz dabei ist? * ■* •# Besser ein jüdisches Herz mit gojischem Kopf, als ein gojisches (hartes) Herz mit jüdischem Kopf. * * •* Eine jüdische Seele und einen gojischen Magen kann man nie abschätzen. Man kann nie ahnen, wessen der schlimmste Jude fähig ist, noch was der unscheinbarste Goj vertragen kann — Wird angewendet, wenn einer, von dem man sich's nicht versah, etwas Gutes thut. — Im Original steht anstatt „Magen" — „Kiszka" (poln) Darm. * * * Bevor der Jude zu Markte kommt, kauft er alles billig. Sanguinischer Optimismus des Juden. * * •# Dem Juden geht kein Unglück aus dem Wege. * *■ * Eine lange Reihe von guten Tagen kann der Jude nicht vertragen. Da er an glückliche Zeiten nicht gewöhnt ist. Vergl. Jebanöth 47 a. * * * Bricht der Jude ein Bein, spricht er: Gelobt sei Gott, dass ich nicht beide Beine gebrochen habe; bricht er beide, spricht er: Gelobt sei Gott, dass ich das Genick nicht gebrochen habe. * * * Der Jude fragt: Was kann ich dabei verlieren? — Der Deutsche fragt: Was kann ich dabei gewinnen? Dieses Sprichwort ist in den Umgegenden der deutschen Kolonien in Galizien heimisch. * * #- Wann singt der Jude? wenn er hungrig ist. * *- ¥r Wenn der Jude hungrig ist, singt er, der Herr pfeift und der Bauer prügelt sein Weib. Unter „Herr11 versteht man hier, wie auch sonst in den Sprichwörtern, einen polnischen Edelmann. * * * Der Jude muss sich immer sagen können: Wenn nicht — dann nicht Muss immer auf einen Misserfolg gefasst sein. Wird über „Kol Jsrael" eine Plage verhängt, bekommt jeder Einzelne (mindestens) eine Blatter davon. * -* -* * Der Jude hat nur Geld zum Verlieren und Zeit nur krank zu sein. * -* -* Was ist des Juden täglich Brod? Kummer und Not. * -X- * Wann hat der Jude Glück? Wenn ihm kein Unglück passirt. * •* * Jüdischer Reichtum gleicht einem Bund Stroh. * -* * Jüdischer Reichtum gleicht dem Schnee im März. -K- * * Wann ist dem Juden ein Glück passiert? Wenn er rechtzeitig zu Borchu angelangt ist. „Borchu" „Preiset Gott!" so beginnt ein nur beim öffentlichen Gottesdienst verrichtetes Gebet, welches eines der Hauptstüc.ke desselben bildet und nicht versäumt werden darf. *- -K- * Wann hat der Jude sich ein Vergnügen geleistet? Wenn der Thischah - beav ein kühler Tag war. Da war das Fasten (am 9. Ab.) minder beschwerlich. * *■ * Jüdischer Gewinnst: ein Los zu Kaddisch. In manchen Orten wurde unter den Trauernden des Jahres gelost, wer das Kaddischgebet öffentlich verrichten solle. * * * Hat der Jude ein Geschwür, fehlt ihm gerade die Zwiebel, hat er eine Zwiebel, fehlt ihm gerade das Geschwür. Eine gebratene Zwiebel wird an das Geschwür gelegt (volkstümliches Heilmittel). -* * -* Gott behüte uns vor jüdischen Zungen und vor jüdischen Köpfen. -x- * * Gott behüte uns vor gojischen Thaawöth, gojischen Gaawoth und gojischen Händen. ,,Thaawöth" (heb.) — sinnliche Begierden; „Gaaw6thk< ~ Hochmut, — der Plural kommt dem Reim zu Liebe. Jeder Jude schleppt sein Bündel Kummer und Not auf dem Rücken. Der Goj hat nicht eher Respekt, bis er nicht die erste Maulschelle kriegt.

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