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Ost und West · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. Seite 733 - 734

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Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Article
Der größte jüdische Bildhauer
Date
1902-11-01
Page
Seite 733 - 734 (sequence 3)
Language
German
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733 734 M. ANTO KOLSKI. Sokrates. kraftvollen Hände genommen hätte. Es handelte sich für ihn darum, das Wesen des jüdischen Geistes zu begreifen und ihn mit ungeahnter Energie zur Anwendung zu bringen, und weiter handelte es sich für ihn darum, sich mit dem hellenischen Geiste zu erfüllen und ihn in sich wieder aufleben zu lassen, um ihn nicht sklavisch kopieren zu müssen. Daher die beständigen Kämpfe, die Nadelstiche, die Verfolgungen und die Zeiten der Mutlosigkeit und Unthätigkeit. Seine Ferienreisen nach Wilna waren ihm sichtlich das, was der Sturz während des Kampfes dem Riesen Antaeus war, welcher seine Kräfte wiederfand, wenn er die Erde, seine Mutter, berührte. Im Kontakt mit der Natur und einer Lebensführung, die ihm vertraut war, fand er die Inspiration wieder, die vom Herzen kommt und die Seele erfüllt, und so schuf er Skulpturen von einem ergreifenden Realismus, denen aber immer eine gerechte Idee und ein tiefes Gefühl zu Grunde lagen. Er suchte seinen "Weg und suchte den Sinn des Schönen, er wollte sich mit der Bedeutung der Kunst durchdringen und ihre Daseinsberechtigung darthun. Damals in der Unterhaltung mit Repine und anderen jungen Enthusiasten und unter dem Einfluss der Volks- und Nationallieder und der ausdrucksvollen Musik, wie Serof sie spielte, wurde er bald dieser Champion der Ideen, wie ihn schon Kramskoi nannte; damals entwickelte er auch seine seltene schriftstellerische Begabung. Obwohl eigentlich ungebildet, hat er doch einen Zauber des Stils erreicht, wie nur wenige Meister der Feder. Seine Sprache war unkorrekt, die Grammatik war ihm verschlossen, aber sein Gedanke nahm Formen lebendiger und farbenprächtiger Bilder an und seine untrügliche Logik Hess ihn die unschätzbarsten Funde machen. Eine Serie von Artikeln über die Aesthetik, durch eine Polemik veranlasst, eine Autobiographie, die von kuriosen Einfällen, von tiefen und genialen Apergus wimmelt, eine erlebte Chronik — Ben Jehuda, ein getreues Bild litauischen Lebens,

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