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Ost und West · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 33 - 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Hermann Struck
Date
1902-01-01
Page
Seite 33 - 34 (sequence 4)
Language
German
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33 G. Kutna: Hermann Struck. 34 HERMANN STRUCK. Oelstudie. „Dunstige Morgenstimmung in Ramsgate (England)". gegenwärtig in der Secession ausgestellt ist, nur erscheint dieser Kopf um vieles älter in der Darstellung dieses anstrengenden Nachdenkens. Ebenda ist eine Radierung von intimster Stimmung „Müde Alte". Wie dieses Weib mitten im Getriebe des Marktes so abgeschlossen dasitzt, wie sie von Müdigkeit wie eingehüllt ist und immer tiefer in Schlummer zu sinken beginnt, ist mit feiner Innigkeit beobachtet und erzählt. Eine ähnliche Einfachheit und Natürlichkeit zeigen die Zeichnungen „Alter holländischer Bauer", „Holländischer Bauernjunge" und ein mit schlichter Technik radierter „Alter Mann" (ebenfalls vom Staate angekauft). Letzterer zeigt einen naiven, vertrauenden Optimismus als Erfahrung seines Lebens. Einen Gegensatz zu diesem bildet ein „Alter Bauer" in Oel von geistvoller Auffassung und Charakteristik. Von einem feintönigen Helldunkel hebt sich der Kopf scharf und sprechend ab. Ein tiefliegendes zähes Auge, eine scharfprofilierte willensstarke Nase, ein eigenwilliger, welker, geschlossener Mund mit eingesunkener Oberlippe und einer Trotzfalte zur Seite. Hermann Struck. Wie [der Mann da heraus- „Aniuta, Bildnis einer schaut aus dem dunklen Ton, in herber, wetterharter Bauernzähigkeit, das ist schön. Die Stimmung, die in den Zügen der Männer liegt, erscheint in ähnlicher Tönung bei den Frauenköpfen, nur traumhafter, weicher, musikalischer. Da schaut aus verhaltenem Ton ein Profil heraus, das sich leuchtend abhebt, und darin sind Augen, der eigentlichste Vorwurf des Schaffens. Dies gilt wieder, von den Jüdinnen vornehmlich, in der Eigenart dieses ve r s ch wi mm e nd e n, el e gischen Hauches der Erinnerung. Fein ausgesprochen ist dies in der Radierung „Ein j üdisches Mädchen". Es ist offenbar ein jugendschönes, gewinnendes Mädchen, aber darauf macht uns der Künstler nicht aufmerksam. Das erzählt er nicht, das mag man nebenbei sehen, wenn man's sieht. Auch dass sie Jüdin ist, wird äusserlichkaum gezeigt; über die äussere Erscheinung wird man hinweggeholfen, um auf die innere besser lauschen zu können. Sie ist nach vorn gebeugt, im Nacken wölbt sich eine feingeschwungene, einfache Linie, die Profillinien weich, traumhaft. Sie blickt nach vom, vor sich hin, ins Weite, Oelgemälde. russischen Studentin"

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